Paris – 18.10.2026: US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben die schweren Ausschreitungen am Rande der französischen Demonstrationen vom 17. Oktober zum Anlass für eine scharfe Kritik an Europas Einwanderungspolitik genommen. Trump schrieb auf seinem Netzwerk Truth Social, Frankreich brenne. Er brachte die Unruhen mit der Zuwanderung von Menschen aus einer völlig anderen Welt in Verbindung und verlangte geschlossene Grenzen.
Vance erklärte nach Angaben französischer Medien, westliche Progressive hätten die Dritte Welt nach Frankreich importiert. Beide Politiker deuteten die Gewalt damit als Folge der Migration. Bestätigte Erkenntnisse französischer Ermittler, die einen solchen Zusammenhang belegen, sind bislang nicht bekannt. Die Äußerungen entsprechen der politischen Linie der US-Regierung, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Konflikte in Europa vor allem unter dem Gesichtspunkt der Einwanderung zu betrachten.
Ausgangspunkt der Kundgebungen waren soziale Forderungen. Demonstranten protestierten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und knüpften an die seit Ende September laufenden Schülerproteste an. An der Mobilisierung beteiligten sich unter anderem Gewerkschaften, Schülervertretungen, Anhänger der Gelbwestenbewegung und Akteure der politischen Linken. Vielerorts verliefen Teile der Kundgebungen friedlich. Zugleich kam es zu Plünderungen, Brandstiftungen und Angriffen auf Einsatzkräfte.
Innenminister Laurent Nuñez sprach am Sonntag von rund 2.000 Festnahmen im Zusammenhang mit Gewalttaten und Plünderungen. Mehr als 600 Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute seien verletzt worden; die Bilanz sei vorläufig. Allein in Paris befanden sich am Sonntagmittag 557 Menschen in Polizeigewahrsam. Ermittelt wurde unter anderem wegen Hehlerei, Sachbeschädigung und der Bildung von Gruppen zur Vorbereitung von Gewalttaten.
Besonders schwere Schäden meldeten die Behörden aus Limoges, Bordeaux, Lille, Lyon und Marseille. In Limoges wurde das Rathaus durch ein Feuer weitgehend zerstört. In Bordeaux wurden Geschäfte beschädigt und geplündert, in Marseille drangen Menschen in das Rathaus ein. Die Bilder der Angriffe auf öffentliche Gebäude und Handelsbetriebe überlagerten international die sozialen Anliegen der Demonstrationen.
Französische Behörden haben die Ausschreitungen bislang nicht pauschal mit Herkunft oder Aufenthaltsstatus der Beteiligten erklärt. Polizei und Regierung verwiesen auf radikale linksextreme Gruppen sowie auf Menschen, die die Großdemonstrationen für Plünderungen genutzt hätten. Auch diese Einschätzung ist vorläufig und ersetzt keine gerichtliche Feststellung zu einzelnen Beschuldigten oder möglichen organisierten Strukturen.
Präsident Emmanuel Macron will sich am Abend des 18. Oktober an die Bevölkerung wenden. Zuvor berät er im Élysée-Palast mit Premierminister Sébastien Lecornu und den zuständigen Ministern. Die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, kündigte zudem an, eine parlamentarische Untersuchung der Gewalttaten und der Strategie der Ordnungskräfte anzuregen.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).