Washington – 20.07.2026: Präsident Donald Trump hat neue Zusatzzölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Waren angeordnet. Nach Angaben des Weissen Hauses sollen die Abgaben in 30 Tagen in Kraft treten. Betroffen sind unter anderem Wein, Hockeyschläger und Zement. Ausgenommen bleiben Energieerzeugnisse, Kali, Fisch sowie kritische Mineralien. Die Maßnahme verschärft den seit Monaten anhaltenden Handelskonflikt zwischen den beiden eng verflochtenen nordamerikanischen Volkswirtschaften.
Trump begründet den Schritt mit einer angeblich diskriminierenden Behandlung amerikanischer Produkte durch Kanada. Die US-Regierung verweist insbesondere auf den Zugang zum kanadischen Markt für Autos, alkoholische Getränke und Milchprodukte. Auch die von einzelnen Provinzen verhängten Beschränkungen für amerikanischen Alkohol stehen im Zentrum der Kritik. Kanada hatte diese Maßnahmen in Teilen als Reaktion auf frühere US-Zölle ergriffen.
Rechtsgrundlage der neuen Abgaben ist laut der amerikanischen Regierung Section 338 des Tariff Act von 1930. Die Bestimmung erlaubt handelspolitische Gegenmassnahmen gegen Staaten, die US-Waren aus Washingtons Sicht benachteiligen. Die Regierung will damit offenbar auch Waren erfassen, die bislang unter dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen CUSMA, in den USA USMCA genannt, grundsätzlich zollfrei in die Vereinigten Staaten gelangen konnten.
Die Auswahl der Ausnahmen zeigt die strategische Abhängigkeit der USA von bestimmten kanadischen Lieferungen. Kanada ist für den amerikanischen Markt ein zentraler Anbieter von Energie und Rohstoffen; auch Kali ist für die nordamerikanische Landwirtschaft von erheblicher Bedeutung. Für andere Hersteller und Exporteure könnte die Zollbelastung dagegen den Zugang zu ihrem wichtigsten Absatzmarkt deutlich verteuern. Zölle werden formal beim Import erhoben, können aber über höhere Preise, geringere Margen oder veränderte Lieferketten auf Unternehmen und Verbraucher übergehen.
Der Entscheid fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen Washington und Ottawa bereits durch wiederholte Handelsmassnahmen belastet sind. Kanada hatte auf frühere amerikanische Zölle mit Gegenzöllen reagiert, später jedoch einen großen Teil dieser Gegenmassnahmen aufgehoben. Nach Darstellung der US-Handelsverwaltung bestehen weiterhin Konflikte über kanadische Einfuhrregelungen, besonders bei Alkohol und Agrarprodukten mit staatlich reguliertem Marktzugang.
Politisch erhöht Trumps Anordnung den Druck auf die kanadische Regierung von Premierminister Mark Carney. Ob Ottawa erneut mit Gegenmassnahmen antwortet oder vorrangig auf Verhandlungen setzt, war am Montagabend offen. Die neuen Zölle treten nicht sofort in Kraft; diese Frist schafft Raum für Gespräche, verlängert aber zugleich die Unsicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze. Für die im Sommer 2026 laufenden Gespräche über die Zukunft des kontinentalen Handelsrahmens ist die Eskalation ein zusätzlicher Belastungsfaktor.
Quellen
- Associated Press
- The White House
- U.S. International Trade Administration
- Government of Canada – Department of Finance
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).