International

Trumps Karte zeigt französische Überseegebiete als Teil der Vereinigte Staaten

Donald Trump hat auf Truth Social eine Karte veröffentlicht, auf der mehrere französische Überseegebiete mit den Farben der Vereinigten Staaten überzogen sind. In Frankreich und den betroffenen Regionen stößt die Darstellung auf Kritik.

Paris – 09.09.2026: US-Präsident Donald Trump hat auf Truth Social eine Karte verbreitet, die große Teile Nordamerikas, Grönland, Island, Mittelamerika und der Karibik in den Farben der Vereinigten Staaten zeigt. Auch Martinique, Guadeloupe, Saint-Martin, Saint-Barthélemy und Saint-Pierre-et-Miquelon erscheinen darauf als Teile eines amerikanisch markierten Raums. Eine politische Erklärung fügte Trump seiner Veröffentlichung vom 7. September nicht bei.

Die Darstellung hat keinerlei völkerrechtliche Wirkung. Politisch ist sie dennoch heikel, weil sie französische Hoheitsgebiete visuell den Vereinigten Staaten zuschlägt. Martinique und Guadeloupe sind französische Überseedepartements und -regionen. Saint-Martin, Saint-Barthélemy und Saint-Pierre-et-Miquelon besitzen dagegen den Status von Überseekörperschaften mit besonderen, in der französischen Verfassung geregelten Zuständigkeiten.

Die Karte greift Motive auf, die Trump bereits in Äußerungen über Kanada und Grönland verwendet hat. Neben diesen Gebieten erscheinen auch Mexiko und Island in den amerikanischen Nationalfarben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press löste die Darstellung besonders im Nordatlantik diplomatische Irritationen aus. Islands Außenministerium bestellte demnach den amerikanischen Botschafter ein. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete die Karte als unangemessen.

In Frankreich richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Stellung der Überseegebiete. Ihre Einwohner sind französische Staatsbürger und wählen Abgeordnete für die Nationalversammlung sowie Mitglieder des Senats. Artikel 73 der Verfassung regelt die Anwendung französischen Rechts in den Überseedepartements und -regionen. Artikel 74 bildet den Rahmen für Überseekörperschaften wie Saint-Pierre-et-Miquelon, Saint-Martin und Saint-Barthélemy.

Jean-Luc Mélenchon, Gründer der Partei La France insoumise, kritisierte öffentlich, dass die französischen Behörden zunächst nicht auf die Darstellung der Gebiete reagiert hätten. Eine Stellungnahme des Élysée-Palasts oder des französischen Außenministeriums zu diesem Bild war bis Mittwochvormittag nicht dokumentiert. Die politische Wirkung beruht damit auf der Symbolik der Karte; eine konkrete Maßnahme der amerikanischen Regierung wurde nicht angekündigt.

Die betroffenen Gebiete unterscheiden sich deutlich in Lage, Geschichte und Rechtsstellung. Saint-Pierre-et-Miquelon liegt vor der kanadischen Küste im Nordwestatlantik und ist seit 1816 endgültig französisch. Guadeloupe und Martinique befinden sich in der östlichen Karibik, Saint-Martin und Saint-Barthélemy im nördlichen Teil der Inselkette. Ihre gemeinsame Einfärbung folgt keiner erkennbaren Verwaltungs- oder Sicherheitslogik.

Trumps Beitrag reiht sich in eine politische Kommunikation ein, die territoriale Vorstellungen mit plakativen Karten und geografischen Umbenennungen verbreitet. An der staatlichen Zugehörigkeit der französischen Gebiete ändert die Veröffentlichung nichts. Sie zeigt jedoch, wie der US-Präsident politische Provokationen über Bilder verbreitet, ohne daraus eine offizielle Forderung oder einen diplomatischen Schritt abzuleiten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • France-Guyane
  • Légifrance
  • Französisches Ministerium für Überseegebiete

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels