Kultur

Tyler, The Creator eröffnet Rock en Seine als Meister der Verwandlung

Zum Auftakt von Rock en Seine führt Tyler, The Creator am Mittwochabend durch ein Werk, das Rap mit Soul, Jazz, Funk und Pop verbindet. In Saint-Cloud ist der Musiker erstmals seit längerer Zeit wieder…

Saint-Cloud – 26.08.2026: Wenn Rock en Seine an diesem Mittwoch seine Tore öffnet, gehört die große Bühne am späten Abend Tyler, The Creator. Der amerikanische Musiker, bürgerlich Tyler Okonma, beschließt den ersten Festivaltag im Domaine national de Saint-Cloud. Nach Sombr, Miki und Ravyn Lenae soll sein Konzert um 22 Uhr beginnen. Für das französische Publikum ist es eine seltene Gelegenheit, einen Künstler zu erleben, der das Rapkonzert als sorgfältig inszeniertes Gesamtkunstwerk begreift.

Bekannt wurde Tyler, The Creator als ebenso begabter wie provokanter Kopf des Kollektivs Odd Future. Seine frühen Platten bezogen ihre Kraft aus einer absichtlich rohen, bisweilen verstörenden Energie. Aus diesem Lärm hat sich Okonma mit bemerkenswerter Konsequenz herauskomponiert. Inzwischen steht sein Name für präzise gebaute Alben, auf denen Hip-Hop mit Soul, Jazz, Funk und Pop verschmilzt. Die Stimme ist dabei ebenso wichtig wie der Beat.

"See You Again" vom 2017 erschienenen Album "Flower Boy" bietet einen besonders eleganten Zugang zu dieser Welt. Über schwebenden Akkorden entfaltet das Stück eine melancholische Fantasie von Nähe, Sehnsucht und Unerreichbarkeit; Kali Uchis steuert eine samtige Gegenstimme bei. Der Song erreichte ein Publikum weit über Okonmas ursprüngliche Fangemeinde hinaus, ohne seinen entrückten Charakter einzubüßen.

Mit "IGOR" verschob er 2019 seine musikalischen Koordinaten erneut. Das Album erzählt lose, aber hoch emotional von Begehren, Eifersucht und Selbsttäuschung. Stücke wie "EARFQUAKE" und "NEW MAGIC WAND" verbinden zarte Melodien mit abrupten Ausbrüchen. 2020 erhielt "IGOR" den Grammy für das beste Rap-Album. Zwei Jahre später gewann Okonma dieselbe Auszeichnung mit "Call Me If You Get Lost", einem Werk voller luxuriöser Reisebilder und scharf gesetzter Rap-Passagen.

Auch Titel wie "WUSYANAME", "LUMBERJACK" und "SWEET / I THOUGHT YOU WANTED TO DANCE" belegen, wie wenig ihm an stilistischer Reinheit liegt. Okonma arbeitet mit Rollen, Farben, Kleidung und wiederkehrenden Figuren. Diese Masken sind mehr als Dekoration: Sie verleihen den Liedern eine eigene Temperatur, mal übermütig, mal verletzlich, häufig beides innerhalb weniger Takte.

Sein jüngeres Material setzt diese Beweglichkeit fort. "Sugar On My Tongue" aus "Don't Tap the Glass" folgt einer knappen, körperlichen Direktheit und einem Rhythmus, der stärker antreibt als erzählt. Daneben stehen die ausladenden Arrangements von "CHROMAKOPIA", dessen Lieder familiäre und persönliche Fragen deutlicher hervortreten lassen.

Rock en Seine bietet dafür einen passenden Rahmen. Der Auftakt des großen Sommerfestivals bewegt sich zwischen Pop, R&B und Rap. Tyler, The Creator kommt nicht als Verwalter früherer Erfolge nach Saint-Cloud, sondern mit einer Diskografie, die Zärtlichkeit, Exzentrik und Aggression nebeneinander bestehen lässt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Rock en Seine
  • Grammy Awards
  • Apple Music

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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