Politik & Gesellschaft

Nach Beauvals Rückzug wächst der Druck auf Frankreichs Regierung

Der ZooParc de Beauval gibt sein geplantes Aufnahmezentrum für Delfine auf. Damit fehlt Frankreich eine konkrete Lösung für die Tiere aus dem geschlossenen Marineland in Antibes. One Voice fordert nun geschützte Meeresbuchten statt weiterer…

Saint-Aignan – 26.08.2026: Der ZooParc de Beauval hat sein geplantes Aufnahme-, Forschungs- und Schutzzentrum für Delfine aufgegeben. Damit entfällt die bislang einzige in Frankreich konkret vorbereitete Lösung für Tiere aus dem 2025 geschlossenen Marineland in Antibes. Die Tierschutzorganisation One Voice fordert die Regierung nun auf, die Unterbringung in geschützten Meeresbuchten vorrangig zu prüfen.

Beauval erklärte am 25. August, nach monatelangen Studien nicht weiter an dem Vorhaben festzuhalten. Der Park beziffert seine bisherigen Ausgaben für Gutachten und Planung auf mehr als 1,5 Millionen Euro. Ausschlaggebend seien anhaltende rechtliche Unsicherheiten infolge mehrerer Klagen. Unter diesen Bedingungen hätten sich Finanzierungspartner nicht auf die vorgesehenen Investitionen von 45 Millionen Euro festlegen können.

Das Projekt war auf Bitten des Staates seit dem Sommer 2025 entwickelt worden. Es sollte nach Darstellung von Beauval hohen Anforderungen an Tierwohl, wissenschaftliche Forschung und langfristige Finanzierung genügen. Der Park plante eine Übergangslösung für Delfine aus französischen und möglicherweise weiteren europäischen Einrichtungen, während die Haltung von Walen und Delfinen schrittweise eingeschränkt wird.

Die Absage trifft die Regierung in einer widersprüchlichen Lage. Das Umweltministerium hatte im Dezember 2025 erklärt, die Delfine aus Marineland sollten vorübergehend in Antibes bleiben und später nach Beauval ziehen. Im Mai 2026 kündigte der zuständige delegierte Minister Mathieu Lefèvre dann an, zwei Orcas und zwölf Delfine in Einrichtungen nach Spanien bringen zu lassen. Gegen diese Entscheidung wurden gerichtliche Schritte eingeleitet.

Der Conseil d'Etat wies am 2. Juli einen Eilantrag der Organisation C'est assez! aus Zuständigkeitsgründen ab; die beanstandeten Transfers wurden somit nicht inhaltlich geprüft. Das Gericht hielt zugleich fest, dass Haltung und Zucht von Walen und Delfinen in Frankreich ab dem 2. Dezember 2026 grundsätzlich verboten sind. Ausnahmen gelten für Einrichtungen, die rechtlich als Auffangstationen oder Schutzgebiete anerkannt sind.

One Voice begrüßte Beauvals Rückzug, weil dadurch kein neues Delfinarium in Frankreich entstehe. Zugleich verlangt die Organisation eine politische Kurskorrektur: Statt Übergangslösungen in Betonbecken oder Transfers in ausländische Anlagen müsse Paris Projekte für geschützte Meeresbuchten und dauerhafte Auffangstrukturen voranbringen. In Gefangenschaft lebende Tiere könnten dort zwar nicht ausgewildert werden, erhielten aber größere und naturnähere Lebensräume.

Für das Umweltministerium fällt damit ein zentraler Baustein seiner bisherigen Strategie weg. Beauval erklärte, keine andere unmittelbar betriebsbereite französische Lösung mit vergleichbarer Finanzierung und entsprechenden Tierwohlstandards zu kennen. Der Minister nahm die Entscheidung nach Angaben von Franceinfo "mit Bedauern" zur Kenntnis. Bis zum gesetzlichen Verbot am 2. Dezember bleiben damit gut drei Monate, um eine tragfähige Unterbringung für die Tiere zu organisieren.

Quellen

  • Franceinfo
  • ZooParc de Beauval
  • Französisches Ministerium für ökologischen Wandel
  • Conseil d'Etat
  • One Voice

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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