Nyon – 01.08.2026: Die UEFA hat FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem Rückzug eines umstrittenen Investorenprojekts das Vertrauen entzogen. Der europäische Fußballverband begrüßte zwar, dass die FIFA ihre Pläne aufgegeben hat. Er betrachtet die Auseinandersetzung damit jedoch keineswegs als beendet. Nach Darstellung der UEFA wurde ein Vorhaben von großer Tragweite ohne angemessene Beteiligung der Mitgliedsverbände vorbereitet.
Auslöser des Konflikts war das Konzept einer neuen kommerziellen Gesellschaft namens FIFA Forward Enterprise. In ihr sollten wirtschaftliche Aktivitäten und die Organisation bedeutender FIFA-Wettbewerbe gebündelt werden. Vorgesehen war, einen Minderheitsanteil an private Geldgeber zu veräußern. Damit wären Investoren mittelbar an künftigen Erlösen aus Weltmeisterschaften und Klub-Weltmeisterschaften beteiligt worden.
Die UEFA und ihre 55 nationalen Mitgliedsverbände hatten das Projekt geschlossen zurückgewiesen. Ihre grundsätzliche Kritik: Die Fußball-Weltmeisterschaft dürfe nicht wie ein gewöhnliches Finanzprodukt behandelt werden. Die Vermarktung eines Anteils an künftigen Einnahmen könne zudem langfristige Abhängigkeiten schaffen und die Kontrolle der Verbände über zentrale Wettbewerbe schwächen.
In ihrer Stellungnahme beanstandet die UEFA vor allem mangelnde Transparenz. Wesentliche Informationen über die geplante Struktur, mögliche Geldgeber und wirtschaftliche Folgen seien nicht rechtzeitig offengelegt worden. Der Verband fordert deshalb, die Verantwortlichen für die Vorbereitung des Projekts zur Rechenschaft zu ziehen. Eine bloße Rücknahme der Pläne reiche nicht aus, um das beschädigte Verhältnis zur FIFA-Führung wiederherzustellen.
Infantino hatte für das Vorhaben mit zusätzlichen Mitteln zur Entwicklung des Fußballs geworben. Die FIFA stellte die geplante Gesellschaft als Instrument dar, mit dem sich kommerzielle Chancen besser zugunsten ihrer 211 Mitgliedsverbände nutzen ließen. Nach massivem Widerstand aus Europa und anderen Teilen des internationalen Fußballs nahm sie davon Abstand. Berichten zufolge waren auch innerhalb der FIFA Beschäftigte und Funktionäre nur unzureichend über das Projekt informiert worden.
Hinter dem Streit steht eine grundsätzliche Frage der Machtverteilung im Weltfußball. Die FIFA kontrolliert die globalen Wettbewerbe, während die Kontinentalverbände und nationalen Verbände einen erheblichen Teil der sportlichen und wirtschaftlichen Grundlage bereitstellen. Wenn künftige Turniereinnahmen für privates Kapital geöffnet werden, berührt das daher unmittelbar ihre Interessen und ihren Einfluss.
Für die UEFA ist der Rückzug ein Erfolg ihres geschlossenen Widerstands. Zugleich hat sie den Konflikt ausdrücklich personalisiert: Ihre Kritik richtet sich gegen Infantinos Führung und gegen Entscheidungswege, die sie als geheime Manöver bezeichnet. Der europäische Verband verlangt nun eine vollständige Aufklärung darüber, wie das Projekt vorbereitet wurde und wer daran beteiligt war.
Quellen
- Associated Press
- FIFA
- UEFA
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).