Umwelt

Umweltverbände fordern Aufschub der Wasservogeljagd in der Normandie

Wegen ausgetrockneter Teiche und geschwächter Vogelbestände verlangen Umwelt- und Tierschutzverbände einen Aufschub der Wasservogeljagd in der Normandie. In Teilen der Region gelten bereits Einschränkungen für die Wassernutzung.

Normandie – 12.08.2026: Umwelt- und Tierschutzverbände in der Normandie verlangen, die Jagd auf Wasservögel wegen der anhaltenden Trockenheit zu verschieben. Zahlreiche Teiche und Feuchtflächen seien ausgetrocknet, Enten und andere an Gewässer gebundene Vögel fänden deshalb weniger Nahrung und seien geschwächt. Nach Auffassung der Organisationen würde die Jagd die Tiere in einer außergewöhnlich belastenden Phase zusätzlich unter Druck setzen.

Der Appell fällt in eine Zeit erheblicher Wasserknappheit. Im Département Calvados liegen die Abflüsse sämtlicher im Dürremonitoring erfassten Flüsse nach Angaben der Präfektur unter den üblichen Werten. Für mehrere Gebiete gelten bereits behördliche Beschränkungen der Wassernutzung. Der Zustand kleiner Teiche, flacher Gewässer und Marschen lässt sich dabei nicht allein an Flusspegeln ablesen: Gerade diese Lebensräume reagieren empfindlich auf länger anhaltende Hitze und ausbleibende Niederschläge.

Feuchtgebiete dienen Wasservögeln als Nahrungs-, Rast- und Fortpflanzungsräume. Das französische Amt für Biodiversität beschreibt sie als artenreiche, zugleich aber besonders verletzliche Ökosysteme. Gehen die Wasserflächen zurück, schrumpfen die verfügbaren Nahrungsgründe und Rückzugsorte. Die Tiere konzentrieren sich dann auf die verbliebenen Gewässer, wo Störungen stärker ins Gewicht fallen können. Auf diesen Zusammenhang stützen die Verbände ihre Forderung nach einer zeitlich begrenzten Verschiebung.

Als weiteres Argument nennen sie einen Rückgang der europäischen Wasservogelbestände um 25 Prozent innerhalb von 40 Jahren. Die Zahl bezieht sich auf eine langfristige Entwicklung auf dem Kontinent und erlaubt für sich genommen keine Aussage über jede einzelne Art oder den Bestand in der Normandie. Die Verbände führen sie dennoch als Hinweis darauf an, dass zusätzliche Belastungen während einer Dürre vermieden werden sollten. Ihr Vorstoß richtet sich gegen die Jagd unter den gegenwärtigen Bedingungen, nicht grundsätzlich gegen die geltenden Jagdregeln.

Die Zuständigkeiten sind auf mehrere Ebenen verteilt. Die Präfekten legen jährlich die allgemeinen Jagdzeiten und örtlichen Bestimmungen fest. Für Wasser- und Zugvögel gelten teilweise besondere Termine, die auf nationaler Ebene bestimmt werden. Die Präfektur des Départements Eure weist ausdrücklich auf diese Kompetenzverteilung hin. Ein Aufschub könnte daher je nach betroffener Art Entscheidungen unterschiedlicher Behörden erfordern.

Bis zum 12. August war keine behördliche Entscheidung über die Forderung bekannt. Im Calvados ist die allgemeine Eröffnung der Jagdsaison 2026/2027 für den 20. September vorgesehen. Der Appell betrifft vor allem frühere oder gesonderte Termine für Wasservögel und deren mögliche Anpassung an die Dürrelage.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur des Calvados
  • Präfektur des Eure
  • Französisches Amt für Biodiversität

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels