Politik & Gesellschaft

Umweltverbände fordern Stopp des Flughafenausbaus in Roissy

Umweltverbände wollen den geplanten Ausbau von Paris-Charles-de-Gaulle aus dem neuen Vertrag zwischen dem Staat und Groupe ADP streichen lassen. Im Streit stehen Investitionen von 8,2 Milliarden Euro und Frankreichs Klimaziele.

Roissy-en-France – 15.09.2026: Umweltverbände erhöhen den Druck auf die französische Regierung, den geplanten Ausbau des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle zu stoppen. Sie fordern, zusätzliche Abfertigungskapazitäten aus dem neuen Wirtschaftsregulierungsvertrag mit dem Betreiber Groupe ADP zu streichen. Nach ihrer Darstellung könnte der Ausbau mehr zusätzliche Flugbewegungen ermöglichen, als der Flughafen Marseille-Provence insgesamt abwickelt.

Grundlage des Streits ist der Vertragsentwurf für die Jahre 2027 bis 2034. Ende Juli verständigten sich der Staat und Groupe ADP auf ein Investitionsprogramm von 8,2 Milliarden Euro für die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget. Der endgültige Vertrag soll nach Angaben des Verkehrsministeriums noch 2026 unterzeichnet werden und am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Für Charles-de-Gaulle ist zwischen 2032 und 2034 unter anderem ein neuer Satellit im Osten des Flughafengeländes vorgesehen. Er soll an das automatische Transportsystem LISA angebunden werden; geplant ist außerdem ein neues Bahnsystem für Umsteiger. Staat und Betreiber begründen das Vorhaben mit der Modernisierung des Drehkreuzes, reibungsloseren Abläufen und einer besseren internationalen Anbindung. Der Vertragsentwurf sieht ausdrücklich Kapazitäten für ein wachsendes internationales Verkehrsaufkommen vor.

Der Konflikt erinnert an das aufgegebene Terminal-4-Projekt. Die Regierung hatte das Vorhaben 2021 nach erheblichen ökologischen und wirtschaftlichen Einwänden beendet. Die neue Planung fällt baulich kleiner aus und setzt laut Groupe ADP auf schrittweise Erweiterungen bestehender Anlagen. Aus Sicht der Kritiker bleibt jedoch das Ziel dasselbe: mehr Flugverkehr am größten französischen Langstreckendrehkreuz.

Transport and Environment France beziffert die möglichen Folgen in einer Modellrechnung. Ohne den Ausbau würde die jährliche Passagierzahl demnach bis 2050 auf 82 Millionen steigen, mit den zusätzlichen Kapazitäten auf 105 Millionen. Für 2050 errechnet die Organisation einen um 28 Prozent höheren Kohlendioxidausstoß als im Szenario ohne Erweiterung. Es handelt sich nicht um eine amtliche Prognose, sondern um eine Berechnung der Ausbaugegner.

Die Auseinandersetzung richtet sich damit unmittelbar an den Staat. Er reguliert den Luftverkehr, ist Vertragspartner von Groupe ADP und kontrolliert den Flughafenbetreiber gemeinsam mit weiteren öffentlichen Anteilseignern. Die Regierung verbindet das Investitionsprogramm mit Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und geringeren Umweltbelastungen. Die Verbände verlangen hingegen eine verbindliche Begrenzung der Flugbewegungen.

Wirtschaftlich ist Roissy für Frankreichs internationale Verbindungen und für die Stellung von Air France im Umsteigeverkehr zentral. Zusätzliche Kapazitäten könnten dieses Netz stärken. Die Ausbaugegner halten dagegen, dass effizientere Abläufe am Boden die Klimawirkung zusätzlicher Flüge nicht ausgleichen. Über den Umfang des Vorhabens entscheidet nun der Regulierungsvertrag, der noch 2026 unterzeichnet werden soll.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für ökologischen Wandel und Verkehr
  • Groupe ADP
  • Transport and Environment France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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