Busan – 18.07.2026: Das UNESCO-Welterbekomitee beginnt am Sonntag, 19. Juli, in Busan in Südkorea mit seiner 48. Sitzung. Vom 20. bis 29. Juli beraten die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedstaaten über neue Welterbestätten, deren Erhaltungszustand und mögliche Schutzmaßnahmen. Im Mittelpunkt stehen dabei zahlreiche Kultur- und Naturstätten, die durch bewaffnete Konflikte, bauliche Eingriffe, Verschmutzung oder den Klimawandel belastet sind.
Die UNESCO hat für die Sitzung die Prüfung des Erhaltungszustands von 147 bereits eingeschriebenen Stätten angekündigt. Das Komitee entscheidet auch darüber, ob Orte in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen, dort belassen oder wieder gestrichen werden. Eine Aufnahme ist kein automatischer Schritt: Sie setzt eine konkrete Entscheidung des Komitees voraus und soll internationale Hilfe sowie verbindlichere Schutzmaßnahmen mobilisieren.
Ein Beispiel für die Verbindung von Umweltproblemen und Welterbeschutz ist der Baikalsee in Russland. Das Komitee hatte 2025 anhaltende Risiken für Wasserqualität und Ökosysteme benannt. Genannt wurden Verschmutzung, touristische Infrastruktur, unklare rechtliche Sicherungen und fehlende abgestimmte Verwaltung. Für den Sommer 2026 wurde eine gemeinsame Beobachtungsmission von UNESCO und Weltnaturschutzunion IUCN gefordert, um die Entwicklung vor Ort zu bewerten.
Auch Stätten in Konfliktregionen bleiben ein Schwerpunkt. Die UNESCO verweist darauf, dass Kulturgüter nach dem Haager Abkommen von 1954 und der Welterbekonvention von 1972 geschützt sind. In Libanon steht die Internationale Messe Rachid Karami in Tripoli bereits auf der Gefährdungsliste. Das Komitee verlangte zuletzt weitere Sicherungsarbeiten, eine bessere Verwaltung und internationale technische sowie finanzielle Unterstützung für das Bauensemble.
Die Lage in vielen Regionen zeigt, dass Gefahren für das Welterbe nicht allein von Krieg ausgehen. Extreme Wetterereignisse, steigende Temperaturen, Wasserknappheit, Waldbrände, Schadstoffeinträge und ungesteuerte Bauprojekte können den außergewöhnlichen universellen Wert einer Stätte ebenfalls beeinträchtigen. Die UNESCO behandelt Natur- und Kulturstätten deshalb zunehmend gemeinsam als besonders schutzbedürftige Räume, deren Erhalt von langfristiger Planung und internationaler Zusammenarbeit abhängt.
In Busan stehen daneben 30 Nominierungen für neue Welterbestätten sowie drei Erweiterungen bereits gelisteter Stätten auf der Tagesordnung. Darunter ist die für Südsudan vorgeschlagene Boma-Badingilo-Migrationslandschaft. Die Beratungen über den Gefährdungsstatus einzelner Orte erfolgen auf Grundlage von Fachberichten, Stellungnahmen der Staaten und Empfehlungen der beratenden Organisationen ICOMOS und IUCN.
Konkrete Beschlüsse über neue Einträge in die Liste des gefährdeten Welterbes liegen vor Beginn der Sitzung noch nicht vor. Die Beratungen in Busan werden daher zeigen, bei welchen Stätten die UNESCO eine besonders ernste und klar belegte Bedrohung feststellt. Für die betroffenen Staaten können die Entscheidungen Zugang zu internationaler Unterstützung eröffnen, zugleich aber den Druck erhöhen, zugesagte Schutzmaßnahmen tatsächlich umzusetzen.
Quellen
- UNESCO Welterbezentrum: 48. Sitzung des Welterbekomitees
- UNESCO: Vorschau auf die 48. Sitzung
- UNESCO Welterbezentrum: Beschluss zum Baikalsee
- UNESCO Welterbezentrum: Gefährdete Welterbestätten 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).