Umwelt

Ungarn bereitet Abschaltung des Kernkraftwerks Paks wegen Niedrigwassers vor

Der Pegel der Donau ist so weit gesunken, dass Ungarns wichtigstes Kernkraftwerk erstmals vollständig vom Netz gehen könnte. Regierung und Unternehmen bereiten sich auf Engpässe bei der Stromversorgung vor.

Paks – 02.08.2026: Ungarn bereitet die vollständige Abschaltung seines Kernkraftwerks Paks vor. Wegen des außergewöhnlich niedrigen Pegels der Donau könnte die Anlage am 4. oder 5. August vollständig vom Netz gehen, erklärte Ministerpräsident Peter Magyar am 31. Juli. Der Betreiber hat die Leistung der vier Reaktoren bereits deutlich gedrosselt.

Das Kernkraftwerk südlich von Budapest entnimmt der Donau Wasser, um seine Reaktoren zu kühlen. Nach Darstellung der Regierung reichen die verfügbaren Wassermengen bei weiter sinkendem Pegel möglicherweise nicht mehr für einen sicheren Betrieb aus. Die schrittweise Leistungsreduzierung und eine vollständige Stillsetzung sind demnach vorsorgliche, geordnete Maßnahmen und keine Reaktion auf einen Störfall.

Paks verfügt normalerweise über eine elektrische Leistung von rund 2.000 Megawatt und deckt einen erheblichen Teil des ungarischen Strombedarfs. Zuletzt produzierte die Anlage nach Regierungsangaben nur noch 965 Megawatt. Eine vollständige Abschaltung wäre laut Magyar die erste seit Beginn des kommerziellen Betriebs vor 44 Jahren. Damit träfe der Ausfall ausgerechnet jene Anlage, auf die Ungarn für seine Grundversorgung in hohem Maße angewiesen ist.

Ursache ist eine anhaltende Trockenperiode in Mittel- und Südosteuropa, verschärft durch hohe Temperaturen. Ende Juli wurden am Standort Paks historische Tiefstände der Donau registriert. Negative Pegelwerte bedeuten nicht, dass das Flussbett trockenliegt. Sie zeigen vielmehr an, dass der Wasserstand unter den amtlich festgelegten Nullpunkt der örtlichen Messstation gefallen ist.

Die ungarische Atomenergiebehörde hatte bereits Mitte Juli mitgeteilt, dass einzelne Blöcke wegen umweltrechtlicher Grenzwerte für die Temperatur des Donauwassers gedrosselt worden seien. Erwärmtes Kühlwasser darf nur innerhalb festgelegter Grenzen in den Fluss zurückgeleitet werden, um das Ökosystem nicht zusätzlich zu belasten. Nun erschwert der niedrige Pegel zusätzlich die Entnahme ausreichender Wassermengen. Wird der maßgebliche Schwellenwert erreicht, soll die Anlage vollständig heruntergefahren werden.

Die Regierung hat energieintensive Unternehmen aufgefordert, ihren Verbrauch vorübergehend zu senken. Der Energiekonzern MOL sagte nach Regierungsangaben Einsparungen zu. Staatliche Einrichtungen sollen auf dekorative Beleuchtung verzichten. Die Maßnahmen sollen das Stromnetz vor allem während der abendlichen Verbrauchsspitzen zwischen 17 und 22 Uhr entlasten.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation sind am Standort Paks vier Reaktoren betriebsbereit. Eine Abschaltung soll kontrolliert und unter Aufsicht der zuständigen Behörden erfolgen. Ob sie notwendig wird, hängt nach Regierungsangaben vom weiteren Donaupegel und den tatsächlich verfügbaren Kühlwassermengen ab.

Quellen

  • Associated Press
  • Ungarische Atomenergiebehörde
  • Internationale Atomenergie-Organisation
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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