Politik & Gesellschaft

Vallaud-Belkacem fordert nationalen Bildungskonvent

Angesichts der anhaltenden Schülerproteste schlägt die frühere Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem einen nationalen Bildungskonvent vor. Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Kommunen sollen gemeinsam über die Probleme des französischen Schulsystems beraten.

Paris – 09.10.2026: Die frühere sozialistische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hat die Einberufung eines nationalen Bildungskonvents vorgeschlagen. Im Sender franceinfo plädierte sie am Freitag dafür, Vertreter der Schülerorganisationen, der Lehrkräfte, der Gebietskörperschaften und der Elternverbände zusammenzubringen. Ihr Vorstoß ist eine Reaktion auf die seit Ende September anhaltenden Blockaden und Demonstrationen an französischen Gymnasien.

Vallaud-Belkacem bringt damit einen institutionalisierten Dialog ins Gespräch, der über die unmittelbare Bewältigung der Proteste hinausreichen soll. Ein solcher Konvent wäre kein reguläres staatliches Entscheidungsgremium, sondern ein politisches Beratungsformat. Seine Wirkung hinge davon ab, ob die Regierung die Gespräche über Personal, Unterrichtsorganisation, Schulgebäude und Mitspracherechte mit konkreten Verhandlungen verbinden würde.

Die Protestbewegung begann am 21. September in Créteil südöstlich von Paris und weitete sich anschließend auf andere Landesteile aus. Am Freitag blieben nach Angaben von Public Sénat 141 Gymnasien geschlossen. Auch in Lyon, Villeurbanne, Montpellier, Lille und Paris kam es zu Blockaden. Schüler und Studierende beklagen vor allem fehlende Mittel, unbesetzte Stellen und ungleiche Lernbedingungen.

Bildungsminister Édouard Geffray hatte Vertreter der Schülerorganisationen bereits am 2. Oktober empfangen. Das Ministerium schlug unter anderem vor, an den Schulen einen halben Unterrichtstag für interne demokratische Beratungen vorzusehen. Die beteiligten Organisationen riefen dennoch dazu auf, die Mobilisierung fortzusetzen. Die bisherigen Gespräche konnten den Konflikt daher nicht beilegen.

Hinzu kommen Auseinandersetzungen über den Umgang der Sicherheitskräfte mit den Demonstrierenden. Bei mehreren Kundgebungen griff die Polizei ein; in Paris setzte sie am 8. Oktober Tränengas und Wasserwerfer ein. Das Innenministerium meldete im Zusammenhang mit den Protesten seit Ende September zahlreiche Festnahmen. Dadurch hat die Bewegung über ihre schulpolitischen Forderungen hinaus eine Debatte über die staatliche Reaktion ausgelöst.

Der vorgeschlagene Konvent könnte zugleich die geteilten Zuständigkeiten im Bildungswesen abbilden. Der Staat verantwortet Lehrpläne, Personal und die nationale Bildungspolitik, während die Regionen für die Gymnasien und deren Ausstattung zuständig sind. Eltern- und Schülervertretungen verlangen zudem mehr Mitsprache im Schulalltag. Vallaud-Belkacem will diese Akteure an einen Tisch bringen, ohne die Entscheidungsbefugnisse des Bildungsministeriums anzutasten.

Für die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu wächst mit der Dauer der Proteste der politische Druck. Die Schülerverbände verlangen konkrete Verbesserungen statt weiterer unverbindlicher Gesprächsangebote. Eine offizielle Reaktion des Bildungsministeriums auf Vallaud-Belkacems Vorschlag lag am Freitagabend noch nicht vor.

Quellen

  • franceinfo
  • Public Sénat
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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