Wirtschaft

Velvet erhält Lizenz für Hochgeschwindigkeitszüge in Frankreich

Der private Bahnanbieter Velvet hat eine Betriebslizenz für das französische Schienennetz erhalten. Vor dem geplanten Start von Paris in den Westen fehlt noch die Sicherheitsbescheinigung.

Paris – 01.09.2026: Der private Bahnanbieter Velvet hat nach eigenen Angaben die Betriebslizenz für den Personenverkehr auf dem französischen Schienennetz erhalten. Damit erfüllt das Unternehmen eine wesentliche formale Voraussetzung, um künftig Hochgeschwindigkeitszüge einzusetzen. Die vom Verkehrsministerium erteilte Lizenz berechtigt Velvet grundsätzlich zum Betrieb als Eisenbahnunternehmen. Eine Genehmigung einzelner Verbindungen oder Fahrpläne ist damit noch nicht verbunden.

Velvet will der staatlichen SNCF auf wichtigen Strecken zwischen Paris und dem Westen Frankreichs Konkurrenz machen. Vorgesehen sind Verbindungen nach Bordeaux, Nantes, Angers und Rennes. Die Marke gehört zum Unternehmen Proxima, das von der früheren SNCF-Managerin Rachel Picard mitgegründet wurde. Das Vorhaben ist auf den kommerziellen Fernverkehr ausgerichtet und beruht nicht auf einem öffentlichen Auftrag für Regionalverbindungen.

Bis zur Aufnahme des regulären Fahrgastbetriebs fehlt Velvet allerdings noch eine Sicherheitsbescheinigung. Sie soll belegen, dass Organisation, Personal, Betriebsverfahren und Fahrzeuge den Anforderungen des französischen Schienennetzes entsprechen. Zudem benötigt das Unternehmen konkrete Trassen, also zeitlich festgelegte Nutzungsrechte für bestimmte Streckenabschnitte. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können verbindliche Fahrpläne veröffentlicht und Fahrkarten verkauft werden.

Der angekündigte Starttermin unterscheidet sich je nach Verbindung. Velvet nennt 2028 als Beginn seines Angebots. Eine im März 2026 veröffentlichte Unterlage von SNCF Réseau führt für Paris-Bordeaux ebenfalls das Jahr 2028 auf. Die Strecken Paris-Rennes, Paris-Angers und Paris-Nantes erscheinen dort dagegen erst für 2029. Verbindliche Abfahrtszeiten und Ticketpreise liegen bislang nicht vor.

Für den Betrieb hat Proxima zwölf Doppelstockzüge des Typs Avelia Horizon bei Alstom bestellt. Es handelt sich um eine neue Generation französischer Hochgeschwindigkeitszüge, die von der SNCF unter der Bezeichnung TGV M eingeführt wird. Nach Angaben von Velvet werden die Züge in Frankreich gefertigt. Erste Erprobungen auf französischen Strecken sind für 2026 vorgesehen.

Der geplante Markteintritt dürfte den Wettbewerb auf den stark nachgefragten Hochgeschwindigkeitsachsen weiter verschärfen. Andere Anbieter verkehren bereits auf einzelnen internationalen Verbindungen neben der SNCF. Die westlichen Strecken von Paris nach Bordeaux, Nantes und Rennes gelten wegen ihres hohen Fahrgastaufkommens als wirtschaftlich attraktiv. Auch der Netzbetreiber SNCF Réseau hat ein finanzielles Interesse an zusätzlichen Verbindungen, da Eisenbahnunternehmen für die Nutzung der Infrastruktur Trassenentgelte entrichten.

Für Reisende schafft die erteilte Lizenz vorerst keine neue Verbindung. Sie erlaubt Velvet, seine betrieblichen Vorbereitungen fortzuführen, ersetzt jedoch weder die Sicherheitsbescheinigung noch die Zuweisung der nötigen Trassen. Der bislang präziseste veröffentlichte Termin betrifft Paris-Bordeaux: Nach den Unterlagen von SNCF Réseau soll Velvet dort 2028 starten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Boursorama mit AFP
  • SNCF Réseau
  • Velvet
  • TF1 Info
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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