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Verabschiedung mit Wehmut: Renault-Chef Luca de Meo tritt ab – ein Rückblick auf fünf prägende Jahre

Ein Abschied mit Signalwirkung: Nach fünf intensiven Jahren an der Spitze von Renault verlässt Luca de Meo zum 15. Juli das Steuer des traditionsreichen Autobauers. Die Nachricht wurde am Sonntag offiziell – und sie trifft die Branche mitten in einer Phase des Umbruchs. De Meo war 2020 ins Unternehmen zurückgekehrt, just zu einem Zeitpunkt, als…

Luca de Meo, Wikipedia

Ein Abschied mit Signalwirkung: Nach fünf intensiven Jahren an der Spitze von Renault verlässt Luca de Meo zum 15. Juli das Steuer des traditionsreichen Autobauers. Die Nachricht wurde am Sonntag offiziell – und sie trifft die Branche mitten in einer Phase des Umbruchs.

De Meo war 2020 ins Unternehmen zurückgekehrt, just zu einem Zeitpunkt, als Renault nach der „Carlos-Ghosn-Krise“ taumelte. Was dann folgte, war nichts Geringeres als ein radikaler Wandel – die sogenannte „Renaulution“. Unter diesem Schlagwort formte de Meo aus dem angeschlagenen Konzern eine moderne, widerstandsfähige Marke. Vor allem im Bereich Elektromobilität hat er das Unternehmen neu ausgerichtet – mit auffälligen Neuauflagen der Renault-Klassiker R4 und R5. Der Plan ging auf.

2024 fuhr Renault ein Rekordergebnis ein. Trotz allgemeiner Flaute in der Autobranche schaffte das Unternehmen den Turnaround – mit einem optimierten Produktportfolio und entschlackter Kostenstruktur. Das ist zu einem großen Teil Luca de Meos Verdienst.

Ein Mann mit Auto-Benzin im Blut

Der Italiener, heute 58 Jahre alt, startete seine Karriere bei Renault. Stationen bei Fiat und Volkswagen folgten – stets mit Erfolg: Bei Fiat brachte er den kultigen Fiat 500 zurück auf die Straßen, bei Seat verpasste er der Marke neuen Schwung. Sein Talent für Markenführung ist in der Branche längst legendär.

Jetzt will sich de Meo neuen Herausforderungen stellen – außerhalb der Autobranche. Wohin es ihn zieht, bleibt offen. Doch klar ist: Seine Fußspuren bei Renault sind tief. Jean-Dominique Senard, Vorsitzender des Renault-Verwaltungsrats, brachte es auf den Punkt: „Unter seiner Leitung hat unser Unternehmen eine solide Basis zurückgewonnen, ein attraktives Produktportfolio aufgebaut und den Weg zurück zum Wachstum gefunden.“

Eine Allianz im Wandel

Der Abschied von de Meo ist kein Einzelfall – vielmehr reiht er sich ein in eine Welle von Führungswechseln innerhalb der Allianz mit Nissan. Renault hält dort 35 Prozent der Anteile, hat jedoch nur 15 Prozent der Stimmrechte. Schon im April hatte auch Jean-Dominique Senard seinen Rückzug angekündigt. Es ist, als würden sich die Karten im Zusammenspiel zwischen Frankreich und Japan neu mischen.

Man fragt sich: Steht die Allianz vor einer Neugeburt – oder einem schleichenden Ende?

Klar ist jedenfalls, dass der Wandel an der Spitze auch die strategische Ausrichtung verändern wird. Ob Renault seine Linie beibehält oder neue Wege einschlägt, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

Eine Ära geht zu Ende – mit Respekt und einem Hauch Nostalgie

Luca de Meo verlässt Renault nicht durch die Hintertür – sondern mit erhobenem Haupt. Die Belegschaft und Beobachter der Branche blicken mit Anerkennung auf seine Arbeit zurück. Denn trotz Gegenwind – von politischen Spannungen über technologische Herausforderungen bis zur Transformation der Mobilität – hat er Renault sicher durch stürmische Zeiten geführt.

Der richtige Zeitpunkt für den Absprung? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Doch eines ist gewiss: Seine Ära war kurz, aber intensiv – und sie wird in Erinnerung bleiben.

Denn wer schafft es schon, aus einem kriselnden Autokonzern ein zukunftsfähiges Unternehmen zu machen, das nicht nur überlebt, sondern floriert?

Von Andreas M. Brucker

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