Bouvante – 10.09.2026: Auf einer Hochweide im Vercors sind in der Nacht vom 30. auf den 31. August 64 Schafe verendet oder so schwer verletzt worden, dass sie eingeschläfert werden mussten. Nun stellen die Umweltverbände ASPAS und Frapna Drôme Nature Environnement die bisherige Einschätzung infrage, wonach wahrscheinlich Wölfe für den Angriff verantwortlich waren. Sie verlangen eine vertiefte Untersuchung.
Betroffen war eine Herde des Züchters Sébastien Robert aus Oriol-en-Royans. Sie weidete bei Bouvante im Département Drôme. Nach übereinstimmenden Berichten wurden die Tiere über ein großes, schwer zugängliches Gelände verstreut gefunden; zeitweise galten weitere Schafe als vermisst. Für den Betrieb bedeutet der Vorfall einen erheblichen Verlust am Ende der sommerlichen Weidesaison.
Die Präfektur Drôme bewertet den Angriff nach einer Begutachtung durch das Französische Amt für Biodiversität als wahrscheinlich von Wölfen verursacht. Diese Formulierung bezeichnet eine fachliche Einschätzung auf Grundlage der am Ort aufgenommenen Spuren. Sie ist jedoch nicht mit der genetischen Identifizierung eines bestimmten Tieres oder einer Tierart gleichzusetzen.
ASPAS und Frapna verweisen in ihrer am 9. September veröffentlichten Stellungnahme auf Merkmale, die sie für ungewöhnlich halten. Dazu zählen die weite Verteilung der Tiere und der Umstand, dass zahlreiche verletzte Schafe offenbar nicht gefressen wurden. Ein vergleichbares Muster sei ihnen aus den erfassten, Wölfen zugeschriebenen Angriffen nicht bekannt. Zugleich betonen die Verbände, dass sie die Zuordnung von Nutztierschäden zu Wölfen üblicherweise nicht bestreiten.
Als mögliche andere Ursache nennen sie einen Angriff freilaufender Schlittenhunde, etwa Huskys oder Malamutes. In der Umgebung würden entsprechende Hunde gehalten. Nach Ansicht der Verbände lässt sich der Verursacher anhand der Bissverletzungen allein nicht zweifelsfrei bestimmen. Sie fordern deshalb genetische Analysen möglicher Speichelspuren an Haaren im Bereich der Wunden.
Die Forderung richtet sich an die staatlichen Stellen im Département. Die Verbände wollen erfahren, welche Befunde bei der Begutachtung erhoben wurden und ob ein Hundeangriff geprüft oder ausgeschlossen worden ist. Für solche Untersuchungen ist eine schnelle Spurensicherung wichtig: Witterung, Aasfresser und der Zustand der Kadaver können die Aussagekraft der Befunde mit der Zeit beeinträchtigen.
Die Klärung hat auch praktische Folgen. Die behördliche Zuordnung eines Nutztierschadens bildet eine wesentliche Grundlage für das weitere Verfahren nach Angriffen auf geschützte Herden. Zugleich beeinflusst sie die Debatte darüber, welche Schutzmaßnahmen auf den Weiden angemessen sind. Eine Mitteilung über zusätzliche genetische Untersuchungen oder eine Neubewertung des Befunds lag am 10. September nicht vor.
Quellen
- Le Dauphiné Libéré, Bericht vom 09.09.2026
- ASPAS und Frapna Drôme Nature Environnement, Stellungnahme vom 09.09.2026
- Präfektur Drôme, Informationen zum Vorgehen bei Schäden durch Großraubtiere
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).