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Verbot von Bargeld? Justizminister Darmanin entfacht Debatte über radikale Anti-Drogen-Maßnahme

Ein Vorschlag mit Sprengkraft: Gérald Darmanin, Frankreichs Justizminister, hat am 22. Mai 2025 während einer Anhörung vor dem Senat eine Idee geäußert, die für viel Wirbel sorgt – er will das Bargeld abschaffen. Sein Ziel? Drogenhandel erschweren, Geldflüsse nachvollziehbarer machen und die Kontrolle über illegale Finanzströme zurückgewinnen. Doch so simpel, wie es klingt, ist es…

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Ein Vorschlag mit Sprengkraft: Gérald Darmanin, Frankreichs Justizminister, hat am 22. Mai 2025 während einer Anhörung vor dem Senat eine Idee geäußert, die für viel Wirbel sorgt – er will das Bargeld abschaffen. Sein Ziel? Drogenhandel erschweren, Geldflüsse nachvollziehbarer machen und die Kontrolle über illegale Finanzströme zurückgewinnen.

Doch so simpel, wie es klingt, ist es natürlich nicht.

Digital gegen Drogen

Darmanin argumentiert, dass die Bargeldabschaffung ein entscheidender Schritt im Kampf gegen das organisierte Verbrechen sein könnte. Denn: Illegale Deals laufen meist über Bargeld. Keine Spuren, keine Konten, keine Namen – das lieben Drogendealer. Ohne Bares würden diese Machenschaften erheblich erschwert, meint der Minister.

Dabei gibt er offen zu: Die Maßnahme würde das Drogenproblem nicht aus der Welt schaffen. Aber sie könnte vielen Beteiligten das Leben schwerer machen – insbesondere denen, die sich bislang unter dem Radar der Finanzkontrolle bewegten.

Kritische Stimmen – und davon nicht zu wenige

Wie zu erwarten war, ließ die Kritik nicht lange auf sich warten. Fachleute aus der Finanzwelt, Vertreter des Einzelhandels und Datenschutzaktivisten äußerten Bedenken. Ein wiederkehrender Punkt: Wer Bargeld abschafft, trifft nicht nur Kriminelle, sondern auch ganz normale Menschen – zum Beispiel Kleingewerbetreibende, Handwerker oder ältere Menschen, die digitale Zahlmethoden nicht nutzen (wollen oder können).

Und dann sind da noch die Alternativen, die Kriminelle längst im Visier haben: Kryptowährungen, Gutscheinsysteme, andere digitale Schlupflöcher. Drogenkartelle sind erfinderisch – das hat die Vergangenheit oft genug gezeigt. Der Wechsel zu anderen Zahlungsmethoden wäre wohl nur eine Frage der Zeit.

Ein Volk hängt am Bargeld

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Franzosen hängen am Bargeld. Laut einer Umfrage der Banque de France halten 60 Prozent der Bevölkerung es für wichtig, weiterhin bar bezahlen zu können. Die Gründe sind vielfältig – von Datenschutz über das Gefühl der besseren Kontrolle bis hin zur schlichten Gewohnheit.

Vor allem in ländlichen Regionen oder bei älteren Menschen ist Bargeld nach wie vor Alltag. Und mal ehrlich: Wer hat nicht schon mal am Kiosk, beim Bäcker oder auf dem Flohmarkt lieber ein paar Münzen gezückt, statt mit dem Handy oder der Karte zu wedeln?

Die politische Sprengkraft des Vorschlags

Wichtig zu verstehen: Darmanin sprach nicht als Vertreter einer offiziellen Regierungslinie. Seine Äußerung ist vielmehr ein Debattenbeitrag, ein Vorstoß, der einen Denkprozess anstoßen soll. Er selbst betonte, dass es ohne breite gesellschaftliche Diskussion keine Umsetzung geben könne – und dass diese Idee nicht über Nacht Realität werde.

Gleichzeitig positioniert sich der Minister damit als Hardliner im Kampf gegen Drogen und Kriminalität – eine Rolle, die er seit Jahren bewusst pflegt. Der Vorschlag ist also ein politisches Signal. Doch ist er überhaupt praktikabel?

Bargeld abschaffen – ein Allheilmittel?

Die zentrale Frage bleibt: Kann das wirklich funktionieren?

Bargeld ist nicht nur Zahlungsmittel, sondern auch ein kulturelles Gut, ein Symbol für Freiheit und Autonomie. Viele sehen darin ein Stück Unabhängigkeit vom Staat – und befürchten, dass eine völlige Digitalisierung des Zahlungsverkehrs die letzte Bastion der Privatsphäre zerstört. Und was passiert, wenn das Netz ausfällt? Wenn der Akku leer ist oder technische Störungen die Kartenzahlung lahmlegen? Es gibt gute Gründe, Bargeld zumindest als Backup-System zu erhalten – ganz abgesehen vom individuellen Bedürfnis nach Diskretion.

Ob Darmanin mit seinem Vorschlag eine ernsthafte Debatte anstoßen kann oder nur Schlagzeilen generiert – fest steht: Die Idee ist nun im Raum. Und sie polarisiert. Sie zwingt dazu, über den Wert von Bargeld nachzudenken – über seine Rolle im Alltag, seine Bedeutung für Freiheit, Sicherheit und Kontrolle.

Die Diskussion ist eröffnet. Und sie wird uns wohl noch eine ganze Weile begleiten.

Von Andreas M. Brucker

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