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Vereinte Nationen-Bericht dokumentiert 1004 Fälle sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg

Das UN-Menschenrechtsbüro hat 1004 Betroffene konfliktbezogener sexueller Gewalt erfasst. 89 Prozent der Fälle werden der russischen Seite zugerechnet.

Genf – 18.09.2026: Das UN-Menschenrechtsbüro hat 1004 Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine dokumentiert. Der am Freitag veröffentlichte Bericht bündelt Erkenntnisse der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine bis zum 31. Juli 2026. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen erheblich höher liegt.

Die Untersuchung stützt sich auf vertrauliche Gespräche mit mehreren hundert Betroffenen und Überlebenden sowie auf Gerichtsakten und amtliche Dokumente. Die Mission beschreibt sexuelle Gewalt gegen Kriegsgefangene und Zivilpersonen als wiederkehrendes Mittel der Folter, Einschüchterung und Erniedrigung. Viele Taten seien in Haft, bei Verhören und Überstellungen oder kurz vor einem Austausch beziehungsweise einer Freilassung verübt worden.

Nach Angaben des Berichts werden 89 Prozent der dokumentierten Fälle russischen Behörden und Kräften zugerechnet, darunter Angehörigen der Streitkräfte, des Strafvollzugs und der Sicherheitsdienste. Elf Prozent entfallen demnach auf die ukrainische Seite. Die Zuordnung bezieht sich auf die erfassten Fälle und erlaubt nach Einschätzung der Vereinten Nationen keine abschließende Aussage über das gesamte Ausmaß der Gewalt.

Unter den Betroffenen in Gefangenschaft waren besonders häufig Männer. Frauen und Kinder wurden nach den Erkenntnissen der Mission vor allem in von Russland besetzten Gebieten Opfer sexueller Gewalt. Der Bericht nennt Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe, erzwungene Entkleidung, sexualisierte Erniedrigung sowie Schläge und Elektroschocks an den Genitalien. Die jüngste dokumentierte Überlebende einer Vergewaltigung war vier Jahre alt, die älteste 82 Jahre.

Die Zahl von 1004 Fällen bezeichnet dabei nicht die Zahl einzelner Übergriffe. Jeder Fall steht für eine betroffene Person, die mehrere Gewalttaten erlitten haben kann. Zudem melden viele Überlebende das Erlebte nicht: Die UN-Mission verweist auf Traumatisierung, gesellschaftliche Stigmatisierung und die Angst vor Repressalien gegen Angehörige. In die Gesamtzahl flossen auch 20 Fälle aus der Zeit vor 2022 ein, die zuvor noch nicht von den Vereinten Nationen erfasst worden waren.

Russland habe keine erkennbaren Schritte unternommen, um sexuelle Gewalt durch eigenes Personal zu verhindern, aufzuklären oder strafrechtlich zu verfolgen, heißt es in dem Bericht. Die Ukraine habe Rechtsreformen, Weisungen auf Führungsebene und eine Zusammenarbeit mit Kontrollmechanismen eingeleitet. Nach Kenntnis der Mission gelangte jedoch auch dort kein Verfahren gegen ukrainisches Personal über das Ermittlungsstadium hinaus. UN-Hochkommissar Volker Türk forderte beide Seiten zu zügigen, gründlichen und unparteiischen Ermittlungen auf.

Quellen

  • Franceinfo: Meldung vom 18. September 2026
  • UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine: Mitteilung zum Bericht vom 18. September 2026
  • UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine: Themenbericht zu konfliktbezogener sexueller Gewalt

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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