Freitag, der 13. Juni, Punkt 8 Uhr morgens – für mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler in Frankreich hieß es: Jetzt wird’s ernst. Die schriftliche Französisch-Prüfung des Baccalauréats 2025 hat begonnen.
Insgesamt 535.301 Jugendliche aus der Oberstufe, sowohl aus dem allgemeinen als auch aus dem technologischen Zweig, mussten heute vier Stunden lang zeigen, was sie sprachlich und analytisch draufhaben. Der Stift darf erst um Punkt 12 Uhr wieder aus der Hand gelegt werden.
Was stand zur Auswahl?
Im allgemeinen Zweig durften sich die Prüflinge zwischen einer klassischen literarischen Arbeit und einem Kommentar zu einem vorgelegten Text entscheiden. Wer im technologischen Bereich unterwegs ist, musste sich mit einem Textkommentar oder einer Kombination aus Textzusammenfassung und anschließendem Essay auseinandersetzen.
Zugegeben: Keine leichte Kost, aber auch keine Überraschung – die Aufgabenstellung ist bekannt. Interessant wird’s jedoch für alle, die nachsehen möchten, was genau gefragt war. Die Aufgaben wurden am Vormittag veröffentlicht und stehen jetzt auf der Webseite von franceinfo bereit.
Nicht nur für die Abi-Note entscheidend
Wichtiger als manch einer glaubt: Die Ergebnisse dieser Prüfung fließen nicht nur mit einem Gewicht von 5 Punkten in die Baccalauréats-Note ein – sie zählen auch für das wichtige Bewerbungsdossier „Parcoursup“, mit dem sich Schülerinnen und Schüler an französischen Hochschulen bewerben. Auch die mündliche Prüfung im Fach Französisch, die gegen Ende Juni stattfindet, wird ebenfalls mit einem Koeffizienten von 5 gewertet.
Das heißt: Wer hier stark ist, verbessert nicht nur seine Chancen auf einen guten Abschluss, sondern auch auf einen Studienplatz. Doppelte Motivation, doppelter Druck.
Und was kommt als Nächstes?
Für die Schüler in der Terminale-Klasse geht’s am Montag weiter – mit einem der traditionell kniffligsten Fächer: Philosophie. Eine echte Herausforderung für viele, denn hier zählt nicht bloß das Wissen, sondern das kritische Denken.
Von Dienstag bis Donnerstag folgt dann die Spezialisierungsprüfung – ein echtes Herzstück des neuen Baccalauréats. Danach wartet zwischen dem 23. Juni und dem 2. Juli der „Grand Oral“. Eine Prüfung, die so manchen mehr ins Schwitzen bringt als jede schriftliche Klausur.
Der Blick auf die Uhr läuft schon
Die Spannung steigt: Wer hat’s geschafft? Wer kann aufatmen? Die Ergebnisse der Französischprüfung werden je nach Region zwischen dem 7. und dem 12. Juli bekanntgegeben. Der finale Vorhang fällt dann am 4. Juli – dann wissen die Schüler endlich, ob sie offiziell zu den Bacheliers des Jahres 2025 gehören.
Wer denkt da nicht kurz zurück an die eigene Schulzeit? Die zitternden Hände, das Rascheln von Papier, das nervöse Husten im Raum – und dieses irre Gefühl, wenn der Aufseher „Es ist zwölf Uhr“ sagt. Stifte fallen, die Spannung bleibt.
Von C. Hatty