Digne-les-Bains – 10.10.2026: Nach Einbrüchen in vier Feuerwehrwachen der französischen Südalpen ermitteln die Behörden wegen des gezielten Diebstahls von Rettungsgerät. Betroffen waren in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober die Wachen in Bras-d'Asse, Château-Arnoux-Saint-Auban und Oraison im Département Alpes-de-Haute-Provence sowie die Wache in Veynes im benachbarten Département Hautes-Alpes.
Die Täter entwendeten nach den bisher bekannten Angaben Spezialgeräte für die technische Rettung nach Verkehrsunfällen. Dazu zählen hydraulische Schneid- und Spreizwerkzeuge, mit denen Feuerwehrleute beschädigte Karosserien öffnen und eingeklemmte Menschen befreien. Nach Angaben des Staatsanwalts von Digne-les-Bains, Antoine Pesme, hatten es die Einbrecher in allen vier Fällen auf diese Ausrüstung abgesehen. Die Ähnlichkeit der Taten spricht aus Sicht der Ermittler dafür, die Fälle gemeinsam zu untersuchen; Tatverdächtige wurden bislang nicht identifiziert.
Solche Werkzeuge gehören zur unverzichtbaren Ausstattung bei schweren Verkehrsunfällen. Hydraulische Scheren können Metallteile durchtrennen, Spreizer verformte Türen oder Fahrzeugrahmen auseinanderdrücken. Ihr Verlust trifft die Feuerwehren daher unmittelbar in ihrer Einsatzfähigkeit. In Veynes verschafften sich die Täter Berichten aus der Region zufolge gewaltsam Zugang zur Wache und nahmen anschließend Rettungsgerät aus einem Einsatzfahrzeug an sich.
Der Feuerwehr– und Rettungsdienst des Départements Alpes-de-Haute-Provence teilte am 9. Oktober mit, dass durch den Diebstahl ein Fahrzeug vorübergehend nicht einsatzbereit gewesen sei. Die Organisation sei umgehend angepasst worden, damit die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet bleibe. Wie die Ausfälle im Einzelnen ausgeglichen wurden, teilte der Dienst nicht mit. In ländlichen Gebieten können zusätzliche Wege und die Verlagerung von Ausrüstung jedoch die Planung erschweren, weil die einzelnen Standorte ein weitläufiges Gebiet abdecken.
Für die drei betroffenen Wachen im Département Alpes-de-Haute-Provence wurden Anzeigen erstattet. Die Staatsanwaltschaft von Digne-les-Bains bündelte die Ermittlungen und beauftragte die Ermittlungsbrigade der Gendarmerie in Forcalquier. Ob zwischen den Einbrüchen in beiden Départements eine direkte Verbindung besteht und auf welchem Weg die gestohlenen Geräte weitergegeben werden sollten, ist noch Gegenstand der Untersuchung.
Neben den praktischen Folgen entsteht ein erheblicher finanzieller Schaden. Der Feuerwehrdienst erklärte, die notwendige Ersatzbeschaffung werde sein ohnehin angespanntes Budget zusätzlich belasten. Das regionale Rettungsnetz im Département Alpes-de-Haute-Provence umfasst nach Angaben des Dienstes 41 Feuerwehr- und Rettungszentren sowie einen vorgeschobenen Stützpunkt. Insgesamt arbeiten dort 1.694 Menschen, der überwiegende Teil von ihnen als freiwillige Feuerwehrleute. Trotz der vier Einbrüche blieb die Hilfe für die Bevölkerung nach Angaben des Dienstes gewährleistet.
Quellen
- Franceinfo, Fernsehbeitrag vom 9. Oktober 2026
- Feuerwehr- und Rettungsdienst des Départements Alpes-de-Haute-Provence
- Le Dauphiné Libéré
- Alpes 1
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).