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Aktuell · 07.07.2026 04:27

Vier Schmuckausstellungen flankieren die Pariser Haute-Couture-Woche

Während der Haute-Couture-Woche zeigt Paris ein dicht kuratiertes Schmuckprogramm: Pomellato im Palais de Tokyo sowie Formate von Van Cleef & Arpels an der Place Vendôme und in der École des Arts Joailliers rücken Handwerk,…

Paris – 07.07.2026: Parallel zu den offiziellen Schauen der Haute Couture setzt Paris in dieser Woche glanzvolle Akzente: Mehrere Häuser und Institutionen präsentieren Ausstellungen zur Juwelierkunst, die weit über das Boutique-Schaufenster hinausreichen. Im Mittelpunkt stehen Technik, Bildästhetik und die kulturelle Deutung von Schmuck – als Handwerk, als Erzählform und als Bühne für Gesten. Die Botschaft ist klar: Schmuck wird als Kulturform gezeigt, nicht bloß als Luxusgut.
Im Palais de Tokyo läuft noch bis zum 20. Juli eine erstmals in Paris gezeigte Retrospektive des Mailänder Hauses Pomellato. Die Schau zeichnet die Marke seit den 1960er-Jahren über markante Fotografien, charakteristische Ketten und die farbintensiven Steine nach, mit denen Pomellato das klassische Schmuckbild aufgebrochen hat. Kuratorisch liegt der Schwerpunkt auf Farbkraft, Volumen und dem Dialog zwischen Körper und Objekt – ergänzt durch Bildwelten, die das Selbstverständnis der Maison in die Gegenwart übersetzen.
Zeitgleich bespielt Van Cleef & Arpels die Place Vendôme und die École des Arts Joailliers mit verschiedenen Formaten. Eine Präsentation richtet den Blick auf die Ausstrahlung der 1980er- und 1990er-Jahre, eine weitere auf aktuelle künstlerische Kooperationen und technische Verfahren. So verbindet die Traditionsmarke Archiv und Atelier: Historische Entwürfe, Werkstattstücke und Lehrformate verdeutlichen, wie Innovation und handwerkliche Strenge zusammenfinden – von raffinierten Fassungen bis zu leichten, beweglichen Konstruktionen.
Dass diese Präsentationen zur Couture-Woche konzentriert sind, folgt der langen gegenseitigen Befruchtung von Mode und Schmuck. Silhouetten vom Laufsteg werden in Schmuck übersetzt; umgekehrt inspirieren präzise Werktechniken die Stoffgestaltung. Die Ausstellungen öffnen Werkprozesse, zeigen Werkzeug und Proben und machen nachvollziehbar, wie Bilder Begehrlichkeit formen – etwa durch Fotografie, Set-Design und Lichtregie.
Für Besucherinnen und Besucher ist das Programm eine Einladung zum genauen Hinsehen: statt Preisschildern stehen Techniken, Materialkombinationen und Proportionen im Vordergrund. Gleichzeitig reflektieren die Häuser ihre Geschichte und die Rolle von Markeninszenierungen, wenn Erzählung und Nachhaltigkeitsfragen stärker gewichtet werden. Die Grenze zwischen Museumsethik und Markenwelt bleibt dabei bewusst durchlässig: Vermittlung, Schulung und Marketing überlagern sich – mit dem Gewinn, Prozesse sichtbar zu machen und Handwerk erfahrbar.
Wer die Couture-Tage in Paris begleitet, findet im Stadtraum so vier konzentrierte Lektionen über Glanz, Form und Erzählung der Juwelierkunst. Vom Palais de Tokyo bis zur Place Vendôme entsteht ein Parcours, der Tradition und Gegenwart verbindet – und der zeigt, wie Schmuck heute verstanden wird: als kultureller Code, als präzise Technik und als visuelle Sprache.

Quellen

  • Franceinfo (Artikel-Ankündigung)
  • Palais de Tokyo (Pomellato-Ausstellung)
  • Pomellato (offizielle Ausstellungsseite)
  • Van Cleef & Arpels (Ausstellungsseiten)
  • Le Monde (Kontextartikel zur Juwelierkunst)

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