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Völkermord an den Tutsi: Ehemaliger Arzt aus Ruanda in Paris zu 27 Jahren Haft wegen Beihilfe verurteilt

Eugène Rwamucyo, ein ehemaliger ruandischer Arzt, wurde von einem Pariser Schwurgericht zu 27 Jahren Haft verurteilt – unter anderem wegen Beihilfe zum Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Verurteilung am Mittwoch, dem 30. Oktober, ist ein bedeutender Moment in der französischen Justiz, die seit Jahren gegen mutmaßliche…

Foto Jametlene Reskp

Eugène Rwamucyo, ein ehemaliger ruandischer Arzt, wurde von einem Pariser Schwurgericht zu 27 Jahren Haft verurteilt – unter anderem wegen Beihilfe zum Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Verurteilung am Mittwoch, dem 30. Oktober, ist ein bedeutender Moment in der französischen Justiz, die seit Jahren gegen mutmaßliche Täter des Völkermords ermittelt, die nach Frankreich geflüchtet sind. Rwamucyos Anwalt Philippe Meilhac erklärte, dass das Urteil für seinen Mandanten „inakzeptabel“ sei und kündigte Berufung an.

Nach Verkündung des Urteils wandte sich Rwamucyo, der heute 65 Jahre alt ist, an seine Angehörigen und Freunde im Gerichtssaal, bevor er in Haft genommen wurde. Ihm wurde Beihilfe zum Völkermord, die Teilnahme an einer Verschwörung zur Vorbereitung des Völkermords sowie Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Vom Vorwurf des direkten Völkermordes und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde er hingegen freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30-jährige Haftstrafe gefordert, damit Rwamucyo seiner Verantwortung nicht entgehen könne. Dem ehemaligen Arzt und Dozenten der Universität von Butare wurde vorgeworfen, die Anweisungen der damaligen Hutu-Regierung unterstützt und verbreitet zu haben, die zur Gewalt gegen die Tutsi-Minderheit aufriefen. Besonders belastend war ein öffentlicher Auftritt am 14. Mai 1994 in Anwesenheit des damaligen Premierministers der Übergangsregierung, Jean Kambanda. Zudem wurde Rwamucyo vorgeworfen, an der Beerdigung von Opfern in Massengräbern beteiligt gewesen zu sein – angeblich ein letzter Versuch, die Spuren des Völkermords zu beseitigen.

Der Völkermord in Ruanda forderte laut UN mehr als 800.000 Menschenleben, die meisten davon Tutsi. Dieses Urteil, das nun den achten Ruander in Frankreich wegen des Genozids verurteilt, zeigt die ungebrochene Entschlossenheit der französischen Justiz, auch nach fast drei Jahrzehnten weiterhin gegen Völkermordbeteiligte vorzugehen.

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