Paris – 09.08.2026: Früher arbeitete Manija als Diplomatin für Tadschikistan, heute steht sie in einer kleinen Pariser Pizzeria am Ofen. Ein am Sonntag veröffentlichtes Porträt von Franceinfo zeichnet den Weg einer Frau nach, die ihre frühere Laufbahn hinter sich ließ, um einen seit der Kindheit gehegten Wunsch zu verwirklichen: Pizzaiola zu werden. Aus dem persönlichen Neuanfang ist zugleich ein unternehmerisches Wagnis geworden.
Manija verließ ihr Herkunftsland nach Angaben früherer Berichte im Jahr 2008. In Frankreich wandte sie sich schließlich jener Beschäftigung zu, die sie als ihre ursprüngliche Leidenschaft beschreibt: dem Kochen. Der Wechsel könnte kaum größer sein. An die Stelle staatlicher Repräsentation und internationaler Kontakte trat ein Handwerk, bei dem Qualität und wirtschaftlicher Erfolg jeden Tag aufs Neue von Zutaten, Zeitmanagement und den Reaktionen der Gäste abhängen.
Ende 2024 eröffnete sie Pizza Sorelle in der Rue Saulnier, unweit der Folies Bergère. Das Lokal ist in einem schmalen ehemaligen Schmuckatelier untergebracht. Berichten aus dem Frühjahr zufolge führt Manija den Betrieb weitgehend allein. Damit liegen Zubereitung, Einkauf, Service und Organisation in einer Hand. Die Lage im belebten 9. Arrondissement verspricht Laufkundschaft; zugleich müssen sich unabhängige Restaurants dort gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten und hohe laufende Kosten tragen.
Wie prekär diese Selbstständigkeit sein kann, wurde im März 2026 bekannt. Damals berichtete Le Parisien über wirtschaftliche Schwierigkeiten des Restaurants. Die reichweitenstarken Pariser Social-Media-Angebote Le Guide Ultime und Le Paris d'Alexis griffen Manijas Geschichte auf und riefen ihr Publikum dazu auf, die Pizzeria zu unterstützen. Videos auf TikTok und Instagram verschafften dem kleinen Betrieb zusätzliche Aufmerksamkeit. Ob dieser Zuspruch die wirtschaftliche Lage dauerhaft verbessert hat, geht aus den bislang vorliegenden Berichten nicht hervor.
Die Episode beschreibt ein verbreitetes Problem kleiner Gastronomiebetriebe: Ihre Sichtbarkeit hängt häufig eng mit der Biografie und Präsenz der Betreiber zusammen. Während Restaurantgruppen auf eingespielte Werbung, Kapital und standardisierte Abläufe zurückgreifen können, müssen Einzelunternehmer ihre Marke oft neben dem Tagesgeschäft selbst aufbauen. So wurde auch bei Pizza Sorelle die persönliche Geschichte zum wichtigsten Mittel, um neue Gäste zu erreichen.
Manijas Laufbahn verbindet zwei grundverschiedene Formen beruflicher Erfahrung. Diplomatie verlangt institutionelle Kenntnisse und Verhandlungsgeschick, das Pizzabacken handwerkliche Präzision, Ausdauer und unmittelbaren Kontakt zur Kundschaft. Das aktuelle Porträt beschreibt ihren Wechsel als bewusste Entscheidung für einen lange zurückgestellten Lebensentwurf. Pizza Sorelle besteht seit Ende 2024 in der Rue Saulnier.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).