Bordeaux – 26.07.2026: Der Großbrand in der Gironde wird nach Einschätzung von Innenminister Laurent Nuñez noch lange Einsatzkräfte binden. Solange das Feuer nicht unter Kontrolle sei, könnten die Evakuierten nicht in ihre Wohnungen und Ferienunterkünfte zurückkehren, sagte Nuñez der Zeitung La Tribune. Die Behörden halten damit an einem strikten Sicherheitskurs fest, obwohl die Räumungen weite Teile der im Sommer stark besuchten Region erfassen.
Das Feuer war am 22. Juli bei Saumos nördlich des Bassin d'Arcachon ausgebrochen. Nach Angaben der Präfektur hatte es bis Samstagabend rund 32.700 Hektar erfasst und galt weiterhin als aktiv. Das entspricht mehr als dem Dreifachen der Fläche von Paris. Wind und trockene Vegetation fachen die Flammen immer wieder an und erschweren es den Einsatzkräften, verlässliche Eindämmungslinien anzulegen.
Präfektin Sophie Brocas ordnete wegen der erneuten Ausbreitung Evakuierungen in Marcheprime, Cestas, Mios, Biganos und Le Barp an. Nach übereinstimmenden Berichten waren etwa 55.000 Menschen von den jüngsten Anordnungen betroffen. Schon zuvor hatten die Behörden zahlreiche Bewohner und Urlauber im Raum Cap-Ferret, Le Porge und Saumos in Sicherheit gebracht. Die Räumungen sollen zugleich wichtige Verkehrswege für Feuerwehr, Rettungsdienste und Sicherheitskräfte freihalten.
Nuñez kündigte an, dass 500 Soldaten von insgesamt 1.000 vorgesehenen Verstärkungskräften bereits in der Region eingesetzt seien. Neben Feuerwehren und Einheiten des Zivilschutzes unterstützt die Gendarmerie die Evakuierungen, sichert die Sperrgebiete und kontrolliert Zufahrten. Die Zentralregierung koordiniert den Einsatz über ihr interministerielles Krisenzentrum; die operative Führung liegt bei den örtlichen Präfekturen und Feuerwehrstäben.
Das Innenministerium hatte am 24. Juli mitgeteilt, dass seit Jahresbeginn in Frankreich mehr als 50.000 Hektar verbrannt seien und gleichzeitig 32 weitere Brände bekämpft würden. Das Feuer in der Gironde gilt als größter Waldbrand der bisherigen Saison. Seine Nähe zum Großraum Bordeaux verschärft die Anforderungen an Evakuierungsplanung, Verkehrslenkung und den Schutz wichtiger Infrastruktur.
Eine Freigabe der geräumten Orte setzt nach den Vorgaben des Innenministeriums mehr voraus als ein vorübergehendes Nachlassen der Flammen. Zunächst muss der Brand als unter Kontrolle gelten. Anschließend sind Straßen, Stromversorgung und Wohngebiete auf Glutnester, Rauchbelastung und umgestürzte Bäume zu prüfen. So soll vermieden werden, dass Rückkehrer erneut kurzfristig ihre Unterkünfte verlassen müssen.
Für die betroffenen Gemeinden hat die Krise erhebliche wirtschaftliche Folgen: Ende Juli beginnt an der Atlantikküste die Hochsaison für Ferienvermieter, Gastronomie und Tourismusbetriebe. Nach dem Stand vom Morgen des 26. Juli war das Feuer bei Saumos jedoch weiterhin nicht stabilisiert; die Evakuierungsanordnungen blieben in Kraft.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium des Innern Frankreichs
- TF1 Info
- Gendarmerie nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).