Bordeaux – 26.07.2026: Die Waldbrände in der Gironde haben binnen vier Tagen eine außergewöhnliche Größenordnung erreicht. Nach Angaben der Präfektur waren am Sonntagmorgen rund 42.000 Hektar von den Flammen erfasst. Insgesamt wurden 220.000 Menschen vorsorglich aus gefährdeten Gebieten gebracht. Das Feuer hatte sich seit Mittwoch, dem 22. Juli, nördlich des Beckens von Arcachon ausgebreitet und bedrohte zuletzt Gemeinden am Rand der Metropole Bordeaux.
In der Nacht zum Sonntag ordneten die Behörden weitere Räumungen an. Betroffen waren unter anderem Marcheprime, Le Barp, Biganos, Mios und Cestas. Allein dort mussten nach Behördenangaben etwa 55.000 Menschen ihre Häuser und Unterkünfte verlassen. Die Evakuierungen sollen verhindern, dass Bewohner bei einem raschen Wechsel von Windrichtung und Feuerfront eingeschlossen werden. Zugleich benötigen die Einsatzkräfte freie Zufahrten zu den Brandgebieten.
Der Verkehr im Südwesten Frankreichs war erheblich beeinträchtigt. Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze wurde auf einem rund 60 Kilometer langen Abschnitt gesperrt. Auch Bahnverbindungen nach Arcachon sowie Strecken über Morcenx in Richtung Dax und Mont-de-Marsan waren unterbrochen oder eingeschränkt. Reisende sollten sich vor der Abfahrt bei den zuständigen Verkehrsunternehmen und Behörden über die aktuelle Lage informieren.
Auch im benachbarten Département Landes bekämpften Einsatzkräfte einen großen Vegetationsbrand bei Biscarrosse. Das Innenministerium hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass seit Jahresbeginn landesweit mehr als 50.000 Hektar durch Feuer zerstört worden seien. Zur Brandbekämpfung wurden Feuerwehrkräfte, Sicherheitsbehörden und Löschflugzeuge aus mehreren Regionen zusammengezogen.
Die Gendarmerie sicherte geräumte Zonen, kontrollierte Zufahrten und unterstützte die Evakuierungen. Ihren Angaben zufolge brach das Feuer in der Gironde am 22. Juli nahe dem Bassin d'Arcachon aus und wurde durch ungünstige Wetterbedingungen angefacht. Die Lage blieb am Sonntag unübersichtlich: Wind konnte die Ausbreitungsrichtung verändern, während dichter Rauch die Arbeit am Boden zusätzlich erschwerte.
Präsident Emmanuel Macron will am Montag, dem 27. Juli, eine interministerielle Krisensitzung leiten. Die Regierung koordiniert den Einsatz der Rettungsdienste, die Unterbringung der Evakuierten und die Wiederherstellung wichtiger Verkehrsverbindungen. Geräumte Gebiete sollen erst wieder freigegeben werden, wenn von den betroffenen Brandabschnitten keine unmittelbare Gefahr mehr ausgeht.
Mit 42.000 erfassten Hektar zählt das Feuer in der Gironde zu den schwersten Waldbrändereignissen Frankreichs seit den Bränden von 1949 im Waldgebiet Landes de Gascogne. Damals verbrannten historischen Angaben zufolge etwa 50.000 Hektar. Die aktuelle Bilanz beruht auf dem Lagebericht der Präfektur vom Sonntag um 4 Uhr.
Quellen
- Französisches Innenministerium
- Nationale Gendarmerie
- Le Monde
- Europe 1
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).