Bordeaux – 28.07.2026: Die Waldbrände in der Gironde belasten zunehmend die regionale Wirtschaft. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Roland Lescure waren bei einer Krisensitzung am 27. Juli mehr als 13.000 Unternehmen von Evakuierungen und Verkehrsunterbrechungen betroffen. Darunter befinden sich rund 7.000 Handwerksbetriebe und 6.300 Handelsunternehmen. Für viele Firmen führt die Lage zu unmittelbaren Umsatzausfällen, weil Beschäftigte, Kundschaft oder Lieferungen ausbleiben.
Besonders hart trifft es Betriebe in den evakuierten oder nur schwer erreichbaren Gebieten rund um das Becken von Arcachon und im Norden des Départements. Hotels, Gaststätten, Campingplätze und Einzelhändler verlieren Einnahmen in der Hauptreisezeit. Auch Dienstleister und kleine Unternehmen können ihre Arbeit teilweise nicht fortsetzen, wenn Zufahrten gesperrt sind oder Beschäftigte ihre Wohnorte verlassen mussten. Bei Tourismusbetrieben kommen stornierte Buchungen hinzu, deren wirtschaftliche Folgen über die Dauer der Brände hinausreichen können.
Die Handelskammer CCI Bordeaux Gironde hat gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsorganisationen eine Krisenzelle eingerichtet. Sie informiert betroffene Unternehmen über verfügbare Hilfen und unterstützt sie bei den ersten Schritten gegenüber Versicherungen und Behörden. Auch die Handwerkskammer Nouvelle-Aquitaine bietet individuelle Begleitung an. Die Anlaufstellen sollen Betriebsunterbrechungen begrenzen und Firmen helfen, ihre Zahlungsfähigkeit sowie gefährdete Arbeitsplätze zu sichern.
Für Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit infolge behördlicher Anordnungen deutlich zurückgeht, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit beantragt werden. Nach Angaben der CCI muss dafür ein direkter Zusammenhang zwischen der jeweiligen Verfügung der Präfektur oder Gemeinde und dem Aktivitätsrückgang nachgewiesen werden. Daneben können Betriebe Erleichterungen bei Steuer- und Sozialabgaben prüfen lassen sowie Beratung zu Bankkrediten und Versicherungsleistungen erhalten. Ob und in welchem Umfang die Instrumente greifen, hängt vom Einzelfall und den dokumentierten Schäden ab.
Die Brände verschärfen eine bereits angespannte wirtschaftliche Lage. Lescure verwies nach dem Treffen mit örtlichen Akteuren auf einen spürbaren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr. Zahlreiche Betriebe waren zudem schon zuvor durch höhere Kosten belastet. Schäden an Gebäuden und Anlagen bilden daher nur einen Teil der Bilanz. Lieferprobleme, fehlende Gäste und unterbrochene Dienstleistungen können die Einnahmen noch länger beeinträchtigen.
Parallel zu den Löscharbeiten bleibt der Sicherheitsaufwand hoch. Die Gendarmerie meldete zuletzt mehr als 900 eingesetzte Kräfte in der Gironde, die Evakuierungen, Verkehrswege und abgesperrte Gebiete sichern. Obwohl die Behörden die Brände als stabilisiert bezeichneten, bestanden die Einschränkungen für Unternehmen und Tourismus am 28. Juli fort. Die Krisenzellen der Kammern blieben deshalb für betroffene Betriebe geöffnet.
Quellen
- CCI Bordeaux Gironde
- Chambre de métiers et de l'artisanat Nouvelle-Aquitaine
- Gendarmerie nationale
- Le Monde
- Euronews
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).