Biscarrosse – 28.07.2026: Die schweren Waldbrände in Gironde und Landes haben die Debatte über die Struktur des Waldes der Gascogne neu entfacht. Seit der vergangenen Wochenmitte zerstören zwei außergewöhnlich heftige Feuer Waldflächen in beiden Départements. Französische Einsatzkräfte erhielten Unterstützung über das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union. Mit der akuten Lage rückt erneut der großflächige Anbau der See-Kiefer in den Blick.
Die See-Kiefer prägt den Wald der Gascogne seit mehr als einem Jahrhundert. Das staatliche Institut IGN beziffert die Fläche französischer Reinbestände auf rund 775.000 Hektar, vor allem im Südwesten. Nach Angaben des Forschungsinstituts INRAE besteht der Waldkomplex der Landes mehrheitlich aus dieser Baumart; in Teilen des Massivs ist die Landschaft daher ausgesprochen gleichförmig. Viele Bestände befinden sich in Privatbesitz und dienen der Holzproduktion.
Diese Waldform ist das Ergebnis wirtschaftlicher und landschaftlicher Entscheidungen des 19. Jahrhunderts. Nach der Entwässerung weiter Gebiete wurden See-Kiefern wegen ihres schnellen Wachstums und ihrer Nutzung für Holz, Papier und Harz angepflanzt. Die Baumart ist in der Region heimisch und an sandige, nährstoffarme Böden angepasst. Ihre Dominanz führt jedoch dazu, dass große Flächen ähnliche biologische und strukturelle Eigenschaften besitzen.
Eine einheitliche Walddecke verursacht noch keinen Brand. Sie kann dessen Ausbreitung aber begünstigen, wenn Trockenheit, Wind und leicht brennbare Vegetation zusammentreffen und natürliche Unterbrechungen fehlen. Die aktuelle Brandlage lässt sich deshalb nicht allein mit der Forstwirtschaft erklären. Maßgeblich sind ebenso Wetter, Vegetationszustand, Zündquelle, Gelände sowie Schutzstreifen und Zufahrtswege.
Nach Angaben des französischen Amts für Biodiversität gehen neun von zehn Vegetationsbränden in Frankreich auf menschliche Ursachen zurück. Beim Feuer nahe Saumos in der Gironde prüfte die Justiz eine unbeabsichtigte Entstehung während Arbeiten zur Freihaltung einer Hochspannungsleitung. Diese Ermittlungen betreffen den möglichen Auslöser, nicht jedoch die Widerstandsfähigkeit der Landschaft gegen eine rasche Ausbreitung der Flammen.
INRAE empfiehlt zur Anpassung an unterschiedliche Risiken stärker gemischte Wälder. In den Landes werden unter anderem Hecken und Inseln mit Laubbäumen wie Eichen, Birken oder Erdbeerbäumen erprobt. Solche Strukturen können Bestände widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Trockenheit und weitere Belastungen machen. Löschwasser, Zufahrten und die Entfernung leicht entzündlicher Vegetation rund um Gebäude ersetzen sie nicht.
Die Präfekturen von Gironde und Landes haben ihre Schutzvorgaben nach den Großbränden von 2022 verschärft und die Überwachung in dieser Saison verstärkt. Dazu zählen Einschränkungen bestimmter Waldarbeiten, vorbeugende Pflege und spezialisierte Feuerwehreinheiten. Die Brände im Juli 2026 zeigen, dass Waldumbau, Pflege und Einsatzplanung eng aufeinander abgestimmt werden müssen.
Quellen
- Franceinfo
- Gendarmerie nationale
- Präfektur der Landes
- Élysée
- INRAE
- Institut national de l'information géographique et forestière
- Office français de la biodiversité
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).