Nîmes – 30.09.2026: Ein außergewöhnlich heftiges Mittelmeer-Unwetter hat am Mittwoch den Gard, den Hérault und weitere Teile Südostfrankreichs getroffen. Météo-France registrierte bis zum Abend in Saint-Hippolyte-du-Fort im Gard 337,6 Millimeter Regen. In Colognac wurden 299 Millimeter gemessen, in Prades-le-Lez im Hérault 264,9 Millimeter. Für Gard und Hérault galt wegen Starkregens und Überschwemmungsgefahr die höchste Warnstufe.
Hinter den Niederschlägen steht eine für den Frühherbst typische Wetterlage am Mittelmeer. Sehr warme, feuchte und instabile Luft strömt vom Meer in den Süden Frankreichs. Dort trifft sie auf kühlere Luftströmungen und wird zugleich an den Hängen der Cevennen zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlt sie ab, der enthaltene Wasserdampf kondensiert, und es bilden sich ergiebige Niederschläge.
Fachleute sprechen von einem Cevennen-Ereignis, wenn sich der Starkregen am Gebirgsmassiv und in dessen Vorland festsetzt. Das Relief verstärkt den Vorgang, weil es die heranziehenden Luftmassen staut. Hinzu kommt ein weiterer Mechanismus: Die Gewitter ziehen nicht rasch ab, sondern bilden sich immer wieder über denselben Gebieten neu. So können binnen weniger Stunden Regenmengen fallen, die andernorts mehreren Wochen entsprechen.
Die Gefahren beschränken sich nicht auf die Höhenlagen. Gewitterzellen können auch über den Ebenen des Languedoc sehr hohe Regenintensitäten entwickeln. Der ausgetrocknete oder bereits gesättigte Boden kann das Wasser dann kaum aufnehmen. Es sammelt sich auf Straßen, in Unterführungen und tiefer gelegenen Stadtvierteln. Kleine Wasserläufe und Flüsse können in kurzer Zeit stark anschwellen. Météo-France warnt bei solchen Lagen vor Sturzfluten, Überschwemmungen, Erdrutschen und Schlammlawinen.
Eine wichtige Rolle spielt die Temperatur des Mittelmeers. Je wärmer die Wasseroberfläche ist, desto mehr Feuchtigkeit kann verdunsten und in die Atmosphäre gelangen. Der Herbst ist besonders anfällig, weil das Meer nach dem Sommer noch viel Wärme gespeichert hat, während über Land und aus nördlicheren Regionen bereits kühlere Luft heranziehen kann. Dieser Gegensatz liefert den Gewittern zusätzliche Energie.
Nach Angaben von Météo-France hat die Häufigkeit mediterraner Starkregenereignisse mit mehr als 200 Millimetern Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zwischen 1961 und 2025 deutlich zugenommen. Auch die Intensität solcher Niederschläge wächst langfristig. Ein einzelnes Unwetter lässt sich damit nicht allein auf den Klimawandel zurückführen; wärmere Luft kann jedoch mehr Wasserdampf aufnehmen und erhöht so das Potenzial für extreme Regenmengen.
Für Donnerstag, den 1. Oktober, erwartet die Wetterbehörde eine Verlagerung der kräftigen Gewitter nach Osten entlang des Golfs von Lion. Im Süden des Gard, in den Bouches-du-Rhône und im Westen des Var bleiben demnach hohe Niederschlagsmengen möglich.
Quellen
- Franceinfo: Erklärung des Cevennen-Unwetters in Hérault und Gard
- Météo-France: Erstes Mittelmeer-Unwetter der Saison
- Météo-France: Entstehung mediterraner Starkregenereignisse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).