Paris – 07.09.2026: Frankreich kann aus seiner eigenen Staatsschuld nicht einfach Gewinn ziehen, obwohl ein Teil der Anleihen von der Banque de France im Eurosystem gehalten wird. Der Staat zahlt die Zinsen auf diese Papiere weiterhin. Die Zentralbank gehört zwar dem Staat, ihre Bilanz und ihr Ergebnis folgen jedoch den eigenständigen Regeln des Eurosystems.
Der Gedanke liegt nahe: Zahlt Frankreich Zinsen an die Banque de France, könnten diese Mittel über deren Jahresgewinn später in den Staatshaushalt zurückfließen. Tatsächlich kann die Zentralbank Gewinne an die öffentliche Hand abführen. Eine solche Zahlung tilgt jedoch keine Schulden und bietet auch keinen verlässlichen Beitrag zur Haushaltsfinanzierung. Ob überhaupt etwas ausgeschüttet werden kann, hängt vom gesamten Ergebnis der Zentralbank ab.
Dabei fallen vor allem die Kosten der Geldpolitik ins Gewicht. Viele Staatsanleihen wurden während der Niedrigzinsphase zu geringen oder sogar negativen Renditen gekauft. Nachdem die Europäische Zentralbank zur Bekämpfung der Inflation ihre Leitzinsen erhöhte, musste die Banque de France auf Einlagen der Geschäftsbanken zeitweise erheblich höhere Zinsen zahlen. Die Differenz zwischen niedrigen Erträgen aus älteren Anleihen und gestiegenen Ausgaben für Bankeinlagen belastete ihre Bilanz.
Für das Geschäftsjahr 2025 meldete die Banque de France einen Nettogewinn von 8,1 Milliarden Euro. Dieser wurde vollständig eingesetzt, um den aus dem Vorjahr vorgetragenen Verlust von 7,7 Milliarden Euro auszugleichen. Für eine direkte Ausschüttung an den Staatshaushalt blieb somit nichts übrig. Zudem war das Jahresergebnis durch einen außergewöhnlichen Ertrag aus einer Goldtransaktion geprägt und lässt sich daher nicht ohne Weiteres fortschreiben.
An der Größenordnung der französischen Finanzierungslast ändert das nichts. Die Agence France Trésor bezifferte den Bestand der handelbaren Staatsschulden Ende Juli 2026 auf rund 2,882 Billionen Euro. Anfang September lag die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen bei 4,19 Prozent. Steigende Marktzinsen belasten den Haushalt mit Verzögerung, weil auslaufende Anleihen schrittweise zu den jeweils geltenden Konditionen ersetzt werden.
Auch die von einer Zentralbank gehaltenen Anleihen sind kein frei verfügbares Vermögen der Regierung. Die Banque de France handelt als Teil des unabhängigen Eurosystems und darf den Staat nicht nach politischen Vorgaben finanzieren. Ihre Käufe öffentlicher Wertpapiere dienten geldpolitischen Zielen, insbesondere der Preisstabilität und der Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte.
Zinszahlungen können innerhalb des öffentlichen Sektors teilweise zurückfließen. Begrenzt werden sie jedoch durch Verluste, Rückstellungen, die Verzinsung von Bankeinlagen und die Risikoverteilung im Eurosystem. Frankreichs Schulden bestehen vollständig fort; ihre Tragfähigkeit richtet sich nach Haushaltsdefizit, Wachstum und den Kosten neuer Anleihen.
Quellen
- Franceinfo
- Banque de France: Jahresergebnis 2025
- Agence France Trésor: Kennzahlen zur Staatsschuld
- Banque de France: Projektionen Juni 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).