Washington – 25.07.2026: Die Vereinigten Staaten haben ihre Handelspolitik erneut zu einem Instrument umfassenden politischen Drucks gemacht. Seit Freitag gelten auf Importe aus 60 Volkswirtschaften neue Zölle zwischen 10 und 12,5 Prozent. Sie erfassen nach Angaben der US-Regierung Handelspartner, die zusammen knapp 99 Prozent der amerikanischen Einfuhren ausmachen. Betroffen sind neben China auch die Europäische Union, Indien, Japan, Kanada und Mexiko. Formal begründet Washington die Maßnahme mit dem Vorwurf, diese Partner unterbinden die Einfuhr von Waren aus Zwangsarbeit nicht ausreichend. Politisch geht es aber um mehr als um ein menschenrechtliches Anliegen. Die neue Zollrunde verhindert, dass die zuvor geltenden globalen Abgaben auslaufen, und schreibt damit die Unsicherheit für Lieferketten auf unbestimmte Zeit fort. Handelsbeauftragter Jamieson Greer stützt die Maßnahme auf Section 301 des Trade Act von 1974. Die Regelung erlaubt es Washington, gegen Praktiken ausländischer Handelspartner vorzugehen, die aus amerikanischer Sicht den Handel beeinträchtigen. Die Administration unterscheidet zwischen Staaten mit gesetzlichen Verboten, deren Durchsetzung sie für unzureichend hält, und Staaten ohne entsprechende Regelungen. Für bestimmte Rohstoffe und Produkte sind Ausnahmen vorgesehen, etwa wenn eine Besteuerung die Versorgung der amerikanischen Wirtschaft gefährden könnte. Diese Ausnahmen zeigen den inneren Widerspruch der Politik: Die Regierung will Härte demonstrieren, muss aber zugleich anerkennen, dass die amerikanische Industrie von internationalen Zulieferungen abhängt. Die Reaktionen der Partner fallen unterschiedlich aus. Australien wies die Unterstellung zurück, seine Kontrollen gegen moderne Sklaverei seien mangelhaft, und bezeichnete die Höherstufung des Zolls auf 12,5 Prozent als unbegründet. Aus Brüssel kamen zugleich Zweifel an der amerikanischen Begründung und ein vorsichtig versöhnlicher Ton. Die Europäische Kommission verweist darauf, dass der für die EU geltende Satz von 10 Prozent mit früheren Vereinbarungen vereinbar sei und Raum für weitere Ausnahmen lasse. Genau darin liegt die neue Wirklichkeit des Handels: Nicht mehr ein klarer Regelrahmen, sondern fortlaufende Verhandlungen über Sonderbehandlungen bestimmen den Zugang zum US-Markt. Für Unternehmen ist das kostspielig. Sie müssen Lieferverträge, Lagerhaltung und Preisgestaltung an politische Entscheidungen anpassen, die kurzfristig getroffen werden. Verbraucher werden die Effekte nicht sofort in jeder Produktgruppe sehen. Doch Zölle sind letztlich Steuern auf Einfuhren, deren Kosten sich entlang der Lieferkette verteilen. In einer Phase erhöhter Energiepreise und unsicherer Seewege vergrößert Washington damit eine Gefahr, die weit über seine Grenzen hinausreicht: die erneute Fragmentierung der Weltwirtschaft.
Quellen
- United States Trade Representative
- Associated Press
- European Commission via Reuters
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Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).