Paris – 10.09.2026: In Frankreich haben Polizei und Gendarmerie 2025 weniger Opfer von Straftaten in öffentlichen Verkehrsmitteln registriert als im Vorjahr. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 104.880 Menschen als Betroffene erfasst. Das waren etwa zwei Prozent weniger als 2024 und so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Die Bilanz umfasst polizeilich bekannte Straftaten in Metros, Bussen, Straßenbahnen, Zügen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten Staatsgebiet einschließlich der Überseegebiete. Bereits 2024 war die Zahl deutlich zurückgegangen: Damals registrierten die Behörden 107.080 Opfer und damit den niedrigsten Stand seit 2016. Die neuen Daten setzen diese Entwicklung fort.
Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Delikte. Den größten Anteil bilden weiterhin Diebstähle ohne Gewalt, etwa von Mobiltelefonen, Geldbörsen oder Taschen in dicht besetzten Fahrzeugen und stark frequentierten Stationen. Im Jahr 2024 entfielen nach Angaben des Innenministeriums 77 Prozent der registrierten Opfer von Diebstahl, Gewalt und Betrug im öffentlichen Verkehr auf solche Fälle.
Die Statistik bildet allerdings nur Anzeigen und andere den Sicherheitsbehörden bekannt gewordene Taten ab. Frühere Opferbefragungen des Ministeriums ergaben, dass lediglich ein Teil der Betroffenen nach einem vollendeten Diebstahl im öffentlichen Verkehr Anzeige erstattet. Die Zahlen sind deshalb für die Bewertung der Kriminalitätsentwicklung wichtig, erfassen aber nicht sämtliche Vorfälle, die Fahrgäste erleben.
Auch verläuft die Entwicklung je nach Delikt unterschiedlich. Während Diebstähle und Betrugsfälle 2024 insgesamt abnahmen, stieg die Zahl der registrierten Opfer von Gewalttaten leicht. Sexualisierte Übergriffe bleiben ebenfalls ein erhebliches Sicherheitsproblem. Der Rückgang der Gesamtzahl erlaubt daher keine Aussage darüber, ob sich alle Fahrgäste oder sämtliche Bereiche des öffentlichen Verkehrs gleichermaßen sicherer entwickelt haben.
Staat und Verkehrsunternehmen haben ihre Vorkehrungen zuletzt erweitert. Ein Dekret vom 30. März 2026 stärkte die Befugnisse der internen Sicherheitsdienste von SNCF und RATP. Deren mehr als 4.000 Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen schneller eingreifen, gefährliche Gegenstände vorläufig sicherstellen und auch im Umfeld von Stationen tätig werden.
Die Jahresbilanz sagt weder etwas über die Aufklärung einzelner Fälle noch über deren strafrechtlichen Ausgang aus. Sie dokumentiert jedoch einen weiteren Rückgang der polizeilich erfassten Opferzahlen. Trotz des Zehnjahrestiefs wurden 2025 noch immer 104.880 Menschen als Opfer von Straftaten in Frankreichs öffentlichen Verkehrsmitteln registriert.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium – Interstats
- Französisches Verkehrsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).