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Wenn der Hochzeitskorso zur Gefahr wird: Mulhouse setzt ein Zeichen – und verweigert Hochzeit

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden. Doch in Mulhouse kam es anders. Am Samstag, dem 21. Juni 2025, hat die Stadtverwaltung einen drastischen Schritt unternommen: Sie sagte eine geplante Hochzeitszeremonie kurzerhand ab – wegen des gefährlichen Verhaltens des Hochzeitskorsos im Vorfeld. Was war passiert? Mehrere Fahrzeuge des Korsos fuhren im Stadtzentrum über Tramgleise,…

Illustration Jeremy Wong Weddings

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden. Doch in Mulhouse kam es anders.

Am Samstag, dem 21. Juni 2025, hat die Stadtverwaltung einen drastischen Schritt unternommen: Sie sagte eine geplante Hochzeitszeremonie kurzerhand ab – wegen des gefährlichen Verhaltens des Hochzeitskorsos im Vorfeld.

Was war passiert?

Mehrere Fahrzeuge des Korsos fuhren im Stadtzentrum über Tramgleise, ignorierten Einbahnstraßen, rasten mit überhöhter Geschwindigkeit durch belebte Straßen. Rund 20 Ordnungswidrigkeiten wurden von der Polizei registriert – eine gefährliche Mischung aus Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit.

Und Mulhouse reagierte. Entschieden. Unmissverständlich.

Ein Fest – aber keine Narrenfreiheit

"Es ist ein Festtag, aber das bedeutet nicht, dass man sich über die Verkehrsregeln hinwegsetzen darf" – so lautete sinngemäß die Botschaft aus dem Rathaus.

Hochzeitsfeiern gehören zu den schönsten Momenten des Lebens. Doch sie verlieren ihren Glanz, wenn sie andere in Gefahr bringen.

Die Botschaft der Stadt ist klar: Wer sich in der Öffentlichkeit bewegt, trägt Verantwortung. Auch – und gerade – an besonderen Tagen.

Ein Einzelfall mit Signalwirkung?

Solche Maßnahmen sind selten. Doch gerade deshalb machen sie Schule.

Denn was, wenn andere Städte diesem Beispiel folgen? Wenn es bald üblich wird, Trauungen zu unterbrechen oder abzusagen, sobald sich Korsos wie Rallyefahrer aufführen? Mulhouse setzt ein Zeichen – nicht gegen das Feiern, sondern für die Sicherheit.

Tipps für ein gelungenes Fest – ohne Blaulicht

Damit es gar nicht erst so weit kommt, hier ein paar einfache, aber wirksame Hinweise für zukünftige Brautpaare und ihre Gäste:

1. Sprecht euch vorher ab.
Jeder Fahrer im Korso sollte wissen, was erlaubt ist – und was nicht.

2. Keine Experimente im Straßenverkehr.
Tramgleise sind keine Pisten, Einbahnstraßen keine Einladung zum Abenteuer.

3. Vertraut dem gesunden Menschenverstand.
Hupen ist okay – aber nicht dauerhaft. Gas geben darf man – aber mit Gefühl und Verantwortungsbewusstsein.

Vom Ja zum Nein – wenn die Feier Grenzen sprengt

Die Entscheidung der Stadt mag manchen übertrieben erscheinen. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Sie schützt Leben. Sie schützt das Recht auf Sicherheit – auch das der Passanten, Radfahrer, Kinder am Straßenrand.

Hochzeiten sollen begeistern – nicht gefährden.

Denn was nützt der schönste Blumenschmuck auf dem Auto, wenn die Sirenen der Einsatzfahrzeuge am Ende lauter sind als die Musik?

Autor: Andreas M. B.

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