Gesundheit

Wenn die Klimakrise auf die Psyche schlägt

Hitze, Trockenheit und Waldbrandgefahr lassen die Folgen des Klimawandels in Frankreich immer näher rücken. Untersuchungen zeigen, wie stark die sogenannte Eco-Angst besonders jüngere Menschen belastet.

Paris – 10.08.2026: Wochen der Hitze, Trockenheit und Waldbrandgefahr haben in Frankreich auch eine psychische Belastung sichtbarer gemacht: die Angst vor den Folgen der Klimakrise. Franceinfo berichtete am Montag über Menschen, deren Sorge angesichts aufeinanderfolgender Extremereignisse den Alltag zunehmend prägt. Fachleute sprechen von Eco-Angst, wenn Umweltzerstörung und Klimarisiken anhaltende Unruhe, Ohnmachtsgefühle oder Zukunftssorgen auslösen.

Die jüngsten Wetterextreme geben diesen Befürchtungen eine konkrete Kulisse. Santé publique France bezifferte für die Hitzewelle vom 17. Juni bis 2. Juli 2026 mindestens 5.764 zusätzliche Todesfälle in 92 betroffenen Départements. Die vorläufigen Angaben belegen noch keinen individuellen Zusammenhang zwischen jedem Todesfall und der Hitze, beschreiben aber die gesundheitliche Dimension einer außergewöhnlich frühen und langen Wärmeperiode. Besonders ausgeprägt war die Übersterblichkeit in der Île-de-France.

Eco-Angst ist keine eigenständige medizinische Diagnose. Gleichwohl kann sie das Leben erheblich beeinträchtigen, etwa durch ständiges Grübeln, Schlafprobleme, Angstgefühle oder den Eindruck, einer unkontrollierbaren Entwicklung ausgeliefert zu sein. Eine 2025 veröffentlichte und von der Umweltagentur ADEME unterstützte Untersuchung stufte 15 Prozent der Befragten als mittelgradig eco-ängstlich ein. Bei weiteren zehn Prozent wurden starke oder sehr starke Ausprägungen festgestellt.

Für die Untersuchung wurden Ende August und Anfang September 2024 insgesamt 998 Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren befragt. Auf dieser Grundlage schätzten die Autoren, dass rund 2,1 Millionen Menschen in Frankreich so schwer belastet sein könnten, dass psychologische Begleitung sinnvoll wäre. Bei etwa 420.000 Menschen bestehe ein ernstes Risiko für eine reaktive Depression oder eine Angststörung. Die Hochrechnungen können jedoch weder eine individuelle Untersuchung noch eine ärztliche Diagnose ersetzen.

Am stärksten betroffen waren der Studie zufolge die 25- bis 34-Jährigen, gefolgt von den 15- bis 24-Jährigen. Auch Bewohner großer Ballungsräume und der Region Paris erreichten im Durchschnitt höhere Belastungswerte. Klimarisiken erscheinen vielen damit nicht länger als abstrakte Prognose. Hitzetage, ausgetrocknete Böden, Warnmeldungen und Bilder von Bränden gehören inzwischen zur eigenen Erfahrungswelt.

Das Umweltministerium verstärkte Anfang Juli die Koordination zwischen Präfekturen, Kommunen, Rettungsdiensten und Fachbehörden. Dabei geht es um Wasserversorgung und Luftqualität, den Schutz vor Vegetationsbränden sowie die Folgen der Trockenheit für Natur und Wirtschaft. Météo-France meldete am 7. August weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr im Süden des Landes.

Wer sich durch Warnmeldungen oder Katastrophenbilder dauerhaft überfordert fühlt, sollte die Sorge nach Empfehlung von Fachleuten nicht allein tragen. Gespräche mit Angehörigen sowie ärztliche oder psychologische Hilfe können entlasten. Die ADEME nennt zudem überschaubare Handlungsmöglichkeiten und gemeinschaftliches Engagement als Wege, dem Gefühl der Ohnmacht entgegenzuwirken.

Quellen

  • Franceinfo
  • Santé publique France
  • ADEME
  • Ministerium für ökologischen Wandel
  • Météo-France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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