Wirtschaft

Wenn die Rente nicht reicht: Saisonarbeit bis ins hohe Alter

Steigende Lebenshaltungskosten treiben manche französische Rentner zurück in die Erwerbsarbeit. Besonders sichtbar wird das während der Weinlese, wenn ältere Saisonkräfte bei großer Hitze ihre Bezüge aufbessern.

Paris – 19.08.2026: Für manche französische Rentner ist die Arbeit im Sommer keine frei gewählte Abwechslung, sondern eine notwendige Ergänzung ihres Einkommens. Franceinfo berichtet über Bernard, der seit drei Jahren bei der Weinlese hilft, um seine Rente aufzubessern. Am schwersten, sagt er, sei die Hitze bei der körperlich anstrengenden Arbeit im Freien.

Sein Fall steht für eine soziale Realität, die durch die Debatte über die künftige Rentenanpassung neue Aufmerksamkeit erhält. Die Regierung erwägt, Pensionen je nach Einkommenshöhe unterschiedlich anzuheben. Fiele die Anpassung für bestimmte Gruppen geringer aus, träfe das besonders jene Haushalte, deren Spielraum schon heute durch Wohnkosten, Energiepreise, Lebensmittel und Gesundheitsausgaben begrenzt ist.

Zum 1. Januar 2026 wurden die staatlichen Pensionen um 0,9 Prozent angehoben. Grundlage ist grundsätzlich die Entwicklung der Verbraucherpreise ohne Tabak. Doch die amtliche Inflationsrate bildet nicht zwangsläufig die individuelle Belastung ab. Wer einen großen Teil seiner Bezüge für unvermeidbare Ausgaben verwendet, spürt Preissteigerungen stärker. Ein zeitlich begrenzter Ernteeinsatz kann dann helfen, Rechnungen zu bezahlen oder Rücklagen für den Winter zu bilden.

Das Weiterarbeiten nach dem Renteneintritt ist in Frankreich rechtlich vorgesehen. Beim sogenannten Cumul emploi-retraite lassen sich Rente und Erwerbseinkommen unter bestimmten Voraussetzungen vollständig verbinden. Dafür müssen gewöhnlich sämtliche Rentenansprüche geltend gemacht worden sein und die Bedingungen für eine abschlagsfreie Altersrente vorliegen. Andernfalls gelten Einkommensgrenzen; werden sie überschritten, können Rentenzahlungen gekürzt oder vorübergehend ausgesetzt werden.

Das Modell betrifft zwar nur eine Minderheit, aber Hunderttausende Menschen. Nach Angaben der Statistikbehörde Drees kombinierten 2022 rund 541.000 Personen ab 55 Jahren eine Rente mit Erwerbsarbeit. Das entsprach 3,8 Prozent der Rentner dieser Altersgruppe. Mehr als zwei Drittel arbeiteten in Teilzeit.

Die Beweggründe unterscheiden sich. Untersuchungen des Insee zufolge arbeiten einige Ruheständler aus finanzieller Notwendigkeit weiter, andere suchen Beschäftigung, berufliche Anerkennung oder soziale Kontakte. Landwirtschaft und Weinbau bieten vergleichsweise leicht zugängliche, befristete Tätigkeiten. Während der Ernte steigt der Personalbedarf für wenige Wochen stark an.

Gerade dort hat der Zuverdienst jedoch einen körperlichen Preis. Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsmangel und Kreislaufbelastungen. Bei großer Hitze müssen Arbeitgeber Arbeitszeiten und Pausen anpassen, Trinkwasser bereitstellen und Beschäftigte vor übermäßiger Belastung schützen. Bernard nimmt diese Strapazen seit drei Sommern auf sich, weil sein Einkommen aus der Rente allein nicht genügt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Service-Public.fr
  • Service des Retraites de l'Etat
  • Drees
  • Insee

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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