Helsinki – 18.10.2026: Finnland begreift die Verteidigung des Landes als Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Ein am Sonntag veröffentlichter Bericht von Franceinfo beschreibt, wie Streitkräfte, Behörden, Unternehmen, Organisationen und Bevölkerung gemeinsam auf Krisen vorbereitet werden. Wegen der 1.340 Kilometer langen Grenze zu Russland besitzt dieses Konzept besonderes Gewicht. Militärische Abschreckung und zivile Vorsorge sind eng miteinander verzahnt.
Der Bericht greift auch den finnischen Begriff Sisu auf. Er steht für Beharrlichkeit, Widerstandskraft und die Bereitschaft, schwierige Lagen gemeinsam zu bewältigen. Diese Haltung beschränkt sich nicht auf den Dienst in den Streitkräften. Sie prägt ebenso den Umgang mit möglichen Störungen der Infrastruktur, Cyberangriffen, Versorgungskrisen und anderen Gefahren für die öffentliche Sicherheit.
Finnlands sicherheitspolitische Erfahrung reicht bis zu den Kriegen gegen die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs zurück. Das Land verlor damals Gebiete, bewahrte jedoch seine staatliche Unabhängigkeit. Die Erinnerung an diese Konflikte wirkt in der öffentlichen Debatte fort. Nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine gab Finnland seine jahrzehntelange militärische Bündnisfreiheit auf und trat am 4. April 2023 der NATO bei.
Am 13. Mai 2026 verabschiedete die finnische Regierung ein nationales Sicherheitskonzept, das bis 2035 gelten soll. Es soll staatliche Stellen auf unterschiedliche Bedrohungen vorbereiten und ihre Zusammenarbeit ordnen. Als Herausforderungen nennt die Regierung die verschärfte Sicherheitslage in Europa, die von Russland ausgehende Gefahr, organisierte Kriminalität und digitale Risiken.
Eine parlamentarische Arbeitsgruppe zur Verteidigung legte am 2. Juni 2026 zudem Empfehlungen für die 2030er Jahre vor. Nach ihrer Einschätzung bleibt Russland langfristig eine schwer berechenbare Bedrohung für Finnland und die NATO. Die Fachleute befassten sich mit Personal, Ausrüstung, Finanzierung und der Fähigkeit des Landes, sein Territorium aus eigener Kraft zu schützen.
Grundlage dieses Ansatzes ist die sogenannte umfassende Sicherheit. Ministerien, Kommunen, Sicherheitsbehörden, Unternehmen und Hilfsorganisationen übernehmen jeweils festgelegte Aufgaben. Auch Bürger sollen wissen, wie sie sich bei längeren Stromausfällen, unterbrochenen Kommunikationswegen oder Engpässen verhalten können. Ziel ist, lebenswichtige Funktionen selbst unter außergewöhnlichem Druck aufrechtzuerhalten.
Verteidigung reicht in diesem Modell weit über die Armee hinaus. Sie umfasst die Versorgung mit Energie und Lebensmitteln, das Gesundheitswesen, Verkehrs- und Kommunikationsnetze sowie die öffentliche Ordnung. Franceinfo beschreibt diese Vorbereitung als gesellschaftliche Praxis, die von historischen Erfahrungen ebenso geprägt ist wie von der gegenwärtigen Bedrohungslage. Finnlands Sicherheitskonzept verpflichtet die beteiligten Institutionen dazu, ihre Planungen abzustimmen und auf schwere Krisen gemeinsam zu reagieren.
Quellen
- Franceinfo-Bericht vom 18. Oktober 2026
- Finnische Regierung: Nationales Sicherheitskonzept
- Finnisches Verteidigungsministerium: Bericht der parlamentarischen Arbeitsgruppe
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).