Berlin – 01.08.2026: Wim Wenders hat die umstrittene Szene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski aus seinem Film "Falsche Bewegung" endgültig entfernen lassen. In einer am 30. Juli veröffentlichten gemeinsamen Erklärung bestätigen der Regisseur und die Schauspielerin ihre Einigung. Wenders entschuldigte sich bei Kinski; beide erklärten den langjährigen Konflikt um den Film von 1975 für beigelegt.
Die Aufnahme soll in keiner künftigen Fassung mehr zu sehen sein. Wenders hatte den Film bereits im Juni aus dem laufenden Verleih, aus Fernsehangeboten und von Streamingplattformen zurückgezogen. Nun teilte er mit, die Szene sei ersatzlos herausgeschnitten worden. Kinski habe die neue Fassung vorab sichten können. Aus dem vorläufigen Rückzug ist damit eine dauerhafte editorische Entscheidung geworden.
Kinski hatte seit Jahren darauf gedrungen, die Sequenz zu entfernen, in der sie als Minderjährige mit nacktem Oberkörper zu sehen ist. Der Film war ihr Kinodebüt. Ihre Erinnerung an die Dreharbeiten beschrieb sie öffentlich als belastend. Wenders sei ihr erster Regisseur gewesen und habe sie damals nicht ausreichend geschützt. Der heute 80-jährige Filmemacher erkannte diese Verantwortung inzwischen ausdrücklich an.
"Falsche Bewegung" entstand nach einem Drehbuch von Peter Handke und greift Motive aus Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" auf. Rüdiger Vogler spielt einen jungen Mann, der auf einer Reise durch die Bundesrepublik nach Erfahrungen und einer Sprache für sein Leben sucht. Kinski verkörpert die rätselhafte Mignon. Der Film zählt zu Wenders' frühen Roadmovies, deren schwebende Bilder und existenzielle Gespräche seinen internationalen Ruf mitbegründeten.
Der Konflikt berührte deshalb eine grundsätzliche Frage: Darf ein kanonisiertes Werk nachträglich verändert werden, wenn eine beteiligte Person eine Szene als fortdauernde Verletzung erlebt? Wenders hatte zunächst für eine breitere Debatte über den Umgang mit dem filmischen Erbe geworben. In seiner jüngsten Erklärung räumte er jedoch ein, die persönliche Entscheidung weder an Gremien noch an eine spätere Diskussion delegieren zu können.
Der Regisseur begründet die Kürzung mit seiner veränderten Sicht auf die Aufnahme und mit dem Respekt vor Kinski. Die Wim Wenders Stiftung will den begonnenen Austausch mit Fachleuten aus Film, Kultur und Wissenschaft fortsetzen. Diskutiert werden sollen die Verantwortung am Set, die Aufgaben von Archiven und der Umgang mit älteren Werken, deren Entstehungsbedingungen heutigen Maßstäben nicht genügen.
Wenders und Kinski äußerten zugleich den Wunsch, dass die Erinnerung an den Film künftig nicht länger von ihrem Konflikt überschattet werde und ihr früherer freundschaftlicher Umgang wieder möglich sei. Die neue Fassung dokumentiert nun die Konsequenz dieser Einigung: Die beanstandete Szene bleibt dauerhaft entfernt.
Quellen
- Wim Wenders Stiftung
- Associated Press
- tagesschau.de
- France Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).