Paris – 27.08.2026: Xavier Bertrand hat seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl 2027 erklärt. Der Präsident der Region Hauts-de-France gab seine Entscheidung am Donnerstag bei der Unternehmerveranstaltung Rencontre des Entrepreneurs de France des Arbeitgeberverbandes Medef in Paris bekannt. Der frühere Arbeits- und Gesundheitsminister positioniert sich damit frühzeitig als eigenständiger Bewerber des bürgerlich-konservativen Lagers.
Zugleich schloss Bertrand eine Teilnahme an einer möglichen Vorwahl der Rechten und der politischen Mitte aus. Seine Absage richtet sich gegen Überlegungen, die politischen Kräfte zwischen Les Républicains und dem Macron-nahen Zentrum durch ein gemeinsames Auswahlverfahren auf einen Bewerber zu verpflichten. Bislang gibt es allerdings weder einen verbindlichen Mechanismus noch Einigkeit darüber, welche Parteien und Persönlichkeiten daran teilnehmen sollten.
Der 61-Jährige gehört seit Jahren zu den bekanntesten Politikern der französischen Rechten. Seit 2016 führt er die nordfranzösische Region Hauts-de-France. Zuvor war er unter den Präsidenten Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy unter anderem Gesundheits- und Arbeitsminister. Bei der parteiinternen Auswahl von Les Républicains für die Präsidentschaftswahl 2022 unterlag er Valérie Pécresse. Sie erhielt anschließend im ersten Wahlgang 4,78 Prozent der Stimmen und verfehlte damit deutlich die Stichwahl.
Bertrands Entscheidung folgt auf mehrere Wochen bewusst offener Signale. Anfang August hatte er erklärt, politische Vorschläge zu prüfen und eine unabhängige Kandidatur zu erwägen. Eine formelle Erklärung hatte er zunächst erst für das Jahresende in Aussicht gestellt. Mit dem Auftritt beim Medef zieht er den Zeitplan vor und beginnt früher als angekündigt mit der öffentlichen Profilierung für den Wahlkampf.
Die Präsidentschaftswahl ist für 2027 vorgesehen. Emmanuel Macron darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Rechts und in der politischen Mitte ringen deshalb Parteien, Bewegungen und mögliche Bewerber um die Nachfolge. Befürworter einer gemeinsamen Kandidatur warnen, mehrere konkurrierende Bewerbungen könnten die Stimmen dieses Lagers im ersten Wahlgang aufsplittern und den Einzug in die Stichwahl erschweren.
Der Medef veranstaltete sein jährliches Treffen am 26. und 27. August in Roland-Garros. Der Arbeitgeberverband hatte Unternehmen zuvor zu Investitionen, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit befragt und wollte deren Erwartungen an die Präsidentschaftsbewerber sichtbar machen. Bertrand wählte somit ein Forum, auf dem wirtschafts- und standortpolitische Positionen besonderes Gewicht besitzen.
Mit der Absage an eine Vorwahl setzt Bertrand auf persönliche Sichtbarkeit statt auf ein parteiübergreifendes Auswahlverfahren. Seine Erklärung erhöht den Druck auf Les Républicains und das politische Zentrum, ihre Verfahren und Bündnisse zu klären. Vorerst steht fest, dass Bertrand unabhängig von einer solchen Verständigung antreten will.
Quellen
- Franceinfo
- Medef
- LCP – Assemblée nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).