Politik & Gesellschaft

Youssouffa fordert von Lecornu konkrete Zusagen für Mayotte

Vor dem für den 26. und 27. August geplanten Besuch von Premierminister Sébastien Lecornu verlangt die Abgeordnete Estelle Youssouffa überprüfbare Zusagen für den Wiederaufbau Mayottes. Édouard Philippe setzt bei seinem Aufenthalt auf das Thema…

Mamoudzou – 22.08.2026: Wenige Tage vor der geplanten Reise von Premierminister Sébastien Lecornu nach Mayotte wächst der politische Druck auf die Regierung. Die Abgeordnete Estelle Youssouffa wirft dem Regierungschef vor, ohne hinreichend konkrete Antworten auf die anhaltenden Folgen des Zyklons Chido anzureisen. Lecornu soll am 26. und 27. August auf der französischen Inselgruppe im Indischen Ozean Bilanz über den staatlichen Wiederaufbauplan ziehen.

Youssouffa vertritt den ersten Wahlkreis Mayottes und gehört in der Nationalversammlung der LIOT-Fraktion an. Ihre Kritik richtet sich gegen den Abstand zwischen den gesetzlichen Zusagen und der Lage der Bevölkerung. Seit dem Zyklon Chido im Dezember 2024 seien zentrale Probleme bei Wohnraum, Wasserversorgung, Gesundheitsdiensten und öffentlicher Infrastruktur ungelöst. Von Lecornu verlangt sie daher überprüfbare Maßnahmen, einen nachvollziehbaren Zeitplan und gesicherte Finanzmittel.

Die Regierung hat den Besuch als umfassende Bestandsaufnahme angekündigt. Auf der Tagesordnung stehen der Wiederaufbau, die Bekämpfung irregulärer Einwanderung, der Schulbeginn, die medizinische Versorgung sowie Verkehrs- und Infrastrukturprojekte. Den gesetzlichen Rahmen bildet das im August 2025 verabschiedete Programm zur Neugründung Mayottes. Es sieht bis 2031 öffentliche Investitionen von fast vier Milliarden Euro vor.

Damit rückt die Frage in den Vordergrund, welche Vorhaben bereits finanziert, vergeben oder begonnen wurden. Besonders groß ist der Bedarf im Gesundheitswesen. Der Senat befasste sich im Mai mit den Planungen für einen zweiten Krankenhausstandort in Combani. Der Erwerb des dafür vorgesehenen Grundstücks sollte bis Ende August 2026 abgeschlossen werden.

Parallel zu der Debatte hält sich Édouard Philippe am 21. und 22. August in Mayotte auf, bevor er nach La Réunion weiterreist. Der Vorsitzende der Partei Horizons und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur 2027 setzt bei seiner Reise vor allem auf die Migrationspolitik. Er besuchte Dienste zur Bekämpfung unerlaubter Einwanderung und warb für eine weitere Verschärfung des Staatsangehörigkeitsrechts auf Mayotte.

Die zeitliche Nähe beider Reisen macht unterschiedliche politische Rollen sichtbar. Philippe tritt als früherer Premierminister und möglicher Präsidentschaftskandidat auf; Lecornu trägt als amtierender Regierungschef Verantwortung für die Umsetzung beschlossener Programme. Youssouffas Kritik zielt deshalb auf mehr als die Präsenz hochrangiger Politiker: Sie verlangt Auskunft darüber, wann die seit Chido offenen Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden.

Das Programmgesetz umfasst Projekte für Wasser, Verkehr, Hafen und Flughafen, den Abbau von Elendsquartieren sowie die Ansiedlung öffentlicher Bediensteter. Beim Besuch Lecornus dürfte sich die Regierung an den konkret belegbaren Fortschritten dieser Vorhaben messen lassen müssen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französische Regierung
  • TF1 Info
  • Journal officiel de la République française
  • Sénat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).