Politik & Gesellschaft

Zahab wirft Le Pen Nähe zu Trump und Putin vor

Nach Emmanuel Macrons Auftritt in Brüssel verschärft sich in Frankreich der Streit über den Kurs im Ukrainekrieg. Jad Zahab, Sprecher von Gabriel Attal, wirft Marine Le Pen vor, sich an Donald Trump und Wladimir…

Brüssel – 16.10.2026: Jad Zahab, Sprecher von Gabriel Attal, hat Marine Le Pen vorgeworfen, sich in der Ukrainepolitik an US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin auszurichten. Zahab äußerte sich am Freitag in der Sendung "Le Duel" des Senders franceinfo. Sein Gesprächspartner war der Europaabgeordnete Nicolas Bay von Identité-Libertés.

Der Schlagabtausch folgte auf den Auftritt von Präsident Emmanuel Macron nach dem Europäischen Rat in Brüssel. Dort bekräftigte Macron die französische Unterstützung für die Ukraine. Anlass war ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland über den Handel mit russischem Dieselkraftstoff. Frankreich lehnt die damit verbundene Lockerung von Sanktionen gegen Moskau ab.

Macron argumentierte, die Vereinbarung werde weder die Probleme auf den internationalen Energiemärkten lösen noch die Preise für Diesel, Benzin und Gas wirksam senken. Stattdessen drohe sie, Misstrauen zwischen den westlichen Verbündeten zu schaffen. Frankreich wolle den wirtschaftlichen Druck auf Russland aufrechterhalten und Kiew weiterhin politisch und militärisch unterstützen.

Das Abkommen hat die Debatte über die Geschlossenheit des westlichen Bündnisses verschärft. Nach Angaben des französischen Außenministeriums ist Russlands Fähigkeit, Dieselkraftstoff zu produzieren und auszuführen, durch Sanktionen und industrielle Einschränkungen bereits erheblich geschwächt. Paris verweist zudem auf die fortdauernden russischen Angriffe auf ukrainische Städte. Jede Lockerung, die Moskaus Einnahmen oder wirtschaftliche Handlungsspielräume vergrößern könnte, wird deshalb kritisch beurteilt.

In Frankreich wird dieser außenpolitische Konflikt zugleich für die Auseinandersetzung um die Präsidentschaftswahl 2027 genutzt. Das Lager um Attal stellt sich hinter Macrons europäische Linie: weitere Unterstützung für die Ukraine, anhaltender Druck auf Russland und eine möglichst abgestimmte Politik mit den europäischen Partnern und den Vereinigten Staaten. Zahabs Angriff zielt darauf, Le Pens außenpolitische Verlässlichkeit infrage zu stellen.

Nicolas Bay vertrat in der Sendung die Position von Identité-Libertés. Die Gruppierung gehört zum nationalkonservativen Spektrum und strebt eine Neuordnung der französischen Rechten an. Zahabs Vorwurf richtete sich allerdings ausdrücklich gegen Le Pen und ihren Kurs gegenüber Washington und Moskau.

Die Kontroverse zeigt, wie eng der Ukrainekrieg inzwischen mit Frankreichs innenpolitischem Wettbewerb verbunden ist. Während Macrons Lager europäische Geschlossenheit und fortgesetzte Sanktionen fordert, wirft es Le Pen eine Annäherung an die Positionen Trumps und Putins vor. Macron sagte nach dem Treffen in Brüssel, Frankreich werde die Ukraine nicht im Stich lassen.

Quellen

  • franceinfo
  • Französisches Außenministerium
  • ANSA
  • Gabriel Attal Kampagne

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels