Saint-Étienne-du-Rouvray – 26.07.2026: Zehn Jahre nach dem Terroranschlag in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray gedenkt die Stadt des ermordeten Priesters Jacques Hamel. Der 85 Jahre alte Geistliche war am 26. Juli 2016 während einer Messe in der Kirche Saint-Étienne getötet worden. Kommune und Kirche haben für den Jahrestag ein gemeinsames Programm vorbereitet.
Die Gedenkfeiern begannen am Sonntag mit einer Zusammenkunft im Pfarrhaus und einem Schweigemarsch zur Kirche. Die Teilnehmer folgten damit jenem Weg, den Hamel am Morgen des Anschlags vor der Messe zurückgelegt hatte. Anschließend wurde am Zugang zum Gotteshaus eine neue Gedenktafel enthüllt. Der Vorplatz trägt künftig den Namen Parvis Jacques-Hamel.
Für 11 Uhr war eine Messe in der Kirche angesetzt, geleitet von Kardinal Jean-Marc Aveline, dem Erzbischof von Marseille und Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz. Der Gottesdienst wurde im Fernsehen übertragen. Am Nachmittag sollten ein stilles Gedenken an Hamels Grab auf dem Friedhof von Bonsecours und eine Vesper in der dortigen Basilika folgen.
Nach der Messe waren an der Stele für Frieden und Brüderlichkeit vor der Kirche mehrere Ansprachen geplant. Als Redner hatte die Stadt Bürgermeister Joachim Moyse, den Abgeordneten Édouard Bénard, den Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, und den Präfekten der Region Normandie, Jean-Benoît Albertini, angekündigt. Auch Premierminister Sébastien Lecornu stand im offiziellen Tagesprogramm der Kommune.
Der Anschlag vom 26. Juli 2016 erschütterte die Gemeinde nahe Rouen und wurde zu einem der prägenden islamistisch motivierten Terrorverbrechen jener Jahre in Frankreich. Das Gedenken gilt neben Hamel weiteren Betroffenen der Tat. Die Kommune veröffentlichte zur Vorbereitung des Jahrestags Interviews, Podcasts und Aussagen von Angehörigen, Einwohnern, Seelsorgern, Helfern und kommunalen Beschäftigten. Sie schildern, welche Spuren der Anschlag in der Stadtgesellschaft hinterlassen hat. Plakate im öffentlichen Raum erinnerten im Juli ebenfalls an die Tat.
Auch das französische Innenministerium würdigte Hamel in der Woche vor dem Jahrestag. Es verwies darauf, dass der Priester und das bei dem Anschlag verletzte Gemeindemitglied Janine Coponet am 26. Juli 2025 posthum mit der nationalen Anerkennungsmedaille für Terrorismusopfer ausgezeichnet worden waren. Coponet starb 2021.
Mit der Benennung des Vorplatzes wird das Gedenken dauerhaft in den Alltag der Stadt eingeschrieben: Der Zugang zu jener Kirche, in der Hamel getötet wurde, trägt nun seinen Namen.
Quellen
- Ville de Saint-Étienne-du-Rouvray
- Église catholique en France
- Ministère de l'Intérieur
- France 3 Normandie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).