Saint-Etienne-du-Rouvray – 23.07.2026: In der Kirche Saint-Etienne, einem schlichten Bau nahe Rouen, wird am Sonntag erneut an Jacques Hamel erinnert. Zehn Jahre nach seiner Ermordung während einer Messe bereitet sich die Stadt in der Seine-Maritime auf zwei Tage des Gedenkens vor. Der damalige Anschlag erschütterte Frankreich weit über die Grenzen der Normandie hinaus.
Jacques Hamel wurde am 26. Juli 2016 im Alter von 85 Jahren getötet, als er in seiner Pfarrkirche einen Gottesdienst feierte. Zwei Angreifer, die sich zum islamistischen Terrorismus bekannten, drangen in die Kirche ein. Ein Gemeindemitglied wurde verletzt. Die beiden Täter wurden nach dem Angriff von Einsatzkräften erschossen. Der Fall wurde später vor Gericht aufgearbeitet.
Seine Schwester Roseline Hamel spricht zehn Jahre danach vor allem über den Menschen hinter dem Namen. Sie erinnert sich an einen Bruder, der nicht auf öffentliche Wirkung bedacht gewesen sei. Besonders geblieben ist ihr ein Lachen, das sie von ihm kaum kannte: ein Moment der Leichtigkeit, der heute neben der Erinnerung an das Verbrechen steht. Für Angehörige ist solche Erinnerung nie bloß Rückschau.
Die offiziellen Feiern beginnen am Samstag, 25. Juli, mit Begegnungen und Gesprächen über das Zusammenleben von Muslimen und Katholiken. In der Kirche soll Raum für persönliche Erinnerungen sein. Am Sonntag, 26. Juli, ist ein Gottesdienst mit Kardinal Jean-Marc Aveline und dem Rouener Erzbischof Dominique Lebrun vorgesehen. Frankreich 2 kündigte zudem eine Übertragung aus der Gemeinde an.
Die Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray will den Jahrestag nicht allein als Datum des Schreckens behandeln. Geplant sind auch eine Gedenktafel und Zeugnisse von Menschen, die den Ort seit 2016 geprägt haben. Die Kommune verweist darauf, dass die Tat Teil ihrer Geschichte sei, sie aber nicht bestimmen dürfe. Das ist ein schwieriger Anspruch in einer Stadt, deren Name bis heute eng mit dem Anschlag verbunden bleibt.
Nach dem Angriff setzte die Gemeinde sichtbar auf den Kontakt zwischen Religionsgemeinschaften. Dieses Bemuehen kann den Verlust nicht aufheben. Es beschreibt aber, wie Bewohner, Seelsorger und lokale Verantwortliche auf eine Tat reagierten, die auf Spaltung zielte. Gerade deshalb steht bei den Feiern nicht nur Jacques Hamel als Opfer im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie eine Stadt ihre Wunden trägt.
Der zehnte Jahrestag fällt auf Sonntag, den 26. Juli 2026. Für Roseline Hamel und viele Menschen in Saint-Etienne-du-Rouvray ist es kein abgeschlossener Gedenktag. Es ist eine Erinnerung daran, dass Trauer Zeit braucht – und dass ein friedliches Miteinander nach terroristischer Gewalt jeden Tag neu verteidigt werden muss.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium
- Katholische Kirche in Frankreich
- Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray
- France Televisions
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).