Paris – 28.07.2026: Zinédine Zidane hat seine erste öffentliche Ansprache als neuer Trainer der französischen Nationalmannschaft für einen Appell zugunsten des in Algerien inhaftierten Sportjournalisten Christophe Gleizes genutzt. Bei seiner Vorstellung äußerte der Weltmeister von 1998 die Hoffnung, Gleizes könne nach Hause zurückkehren. Der knappe Satz verschaffte einem Fall neue Aufmerksamkeit, der für dessen Angehörige seit mehr als zwei Jahren von Ungewissheit und Sorge geprägt ist.
Zidane unterschrieb am Dienstag nach Angaben von Franceinfo einen Vertrag bis 2030. In seiner Ansprache gedachte er auch der Opfer der jüngsten Brände. Seine Worte zu Gleizes fielen in einen Moment, in dem der Amtsantritt des früheren Weltstars weit über Frankreich hinaus Beachtung fand. Der Appell reichte daher über den Fußball hinaus, ohne dass Zidane die juristischen Vorwürfe im Einzelnen bewertete.
Gleizes arbeitet als freier Journalist unter anderem für die Magazine So Foot und Society. Im Mai 2024 reiste er für eine Recherche über den Fußballverein Jeunesse Sportive de Kabylie nach Algerien. Am 28. Mai wurde er in Tizi Ouzou festgenommen. Anschließend durfte er das Land aufgrund einer gerichtlichen Auflage nicht verlassen. Seine Familie und mehrere Berufsverbände betonen seither, dass seine Kontakte und Recherchen ausschließlich journalistischen Zwecken gedient hätten.
Ein Gericht in Tizi Ouzou verurteilte Gleizes am 29. Juni 2025 zu sieben Jahren Haft. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden ihm unter anderem die Verherrlichung von Terrorismus sowie der Besitz von Veröffentlichungen zu Propagandazwecken vorgeworfen, die den nationalen Interessen Algeriens schaden sollten. Die Organisation hält die Anschuldigungen nicht für durch seine journalistische Arbeit gedeckt und verlangt seine Freilassung.
Auch der französische Fußballverband FFF hat sich wiederholt mit Gleizes solidarisiert. Im März traten Spieler und Schiedsrichter bei Partien des französischen Pokals vor einem Banner auf, das seine Freilassung forderte. Im Juni bat FFF-Präsident Philippe Diallo die algerischen Behörden um eine Begnadigung. Nach Darstellung des Verbandes zog die Familie ein Kassationsverfahren zurück, um den Weg für einen solchen Schritt zu öffnen.
Für Gleizes' Angehörige und seine Redaktion bedeutet die Unterstützung prominenter Persönlichkeiten, dass der Fall öffentlich präsent bleibt. Zidane griff die Forderungen der Solidaritätskampagne auf, ohne sie diplomatisch oder juristisch auszuweiten. Er formulierte allein den Wunsch, der Journalist möge zu seiner Familie zurückkehren. Nach den zuletzt veröffentlichten Angaben befindet sich Gleizes weiterhin in Algerien in Haft.
Quellen
- Franceinfo
- Fédération Française de Football
- Reporter ohne Grenzen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).