Kultur

Zitadelle von Damaskus öffnet lange verschlossenen Flügel

Ein während der Assad-Herrschaft geschlossener Teil der Zitadelle von Damaskus ist wieder zugänglich. Zum Auftakt werden dort 23 syrische Altertümer gezeigt, die Frankreich im Juli zurückgab.

Damaskus – 23.08.2026: Die Zitadelle von Damaskus hat einen ganzen Flügel wieder für das Publikum geöffnet, der während der Assad-Herrschaft verschlossen geblieben war. Damit gewinnt eines der bedeutendsten Bauwerke der syrischen Hauptstadt Räume zurück, die künftig wieder kulturell genutzt werden sollen. Die Festung erscheint so weniger als abgeschirmter Ort staatlicher Macht denn als Teil des öffentlichen Lebens der Altstadt.

Zum Auftakt sind dort 23 syrische Altertümer zu sehen, die Frankreich im Juli an Syrien zurückgegeben hatte. Die Objekte waren 2011 für eine Ausstellung an das Institut du monde arabe in Paris gebracht worden. Wegen des Krieges blieben sie anschließend fast 15 Jahre außer Landes. Nach Angaben der beteiligten Institutionen wurde ihre Rückkehr anlässlich eines Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Damaskus vereinbart.

Die Stücke führen durch zahlreiche Epochen der syrischen Geschichte, von der Vorgeschichte bis zur osmanischen Zeit. Zu sehen sind römische Bronzeobjekte, byzantinische und islamische Arbeiten sowie ein Mosaikfragment, das einst die Umayyaden-Moschee schmückte. Die Werke stammen aus Museen und Fundorten in Damaskus, Aleppo, Latakia, Daraa und Palmyra. In dieser geografischen und zeitlichen Spannweite vermittelt die Ausstellung einen konzentrierten Eindruck vom kulturellen Reichtum des Landes.

Die Rückgabe berührt zugleich die Folgen des syrischen Krieges für das Kulturerbe. Antiken wurden geplündert, zerstört oder außer Landes gebracht; Museen, archäologische Stätten und religiöse Bauwerke erlitten schwere Schäden. Die Suche nach verschwundenen Objekten und die Klärung ihrer Herkunft bleiben deshalb eine langfristige Aufgabe. Die syrische Generaldirektion für Altertümer und Museen hatte die aus Frankreich eingetroffenen Werke zunächst im Nationalmuseum von Damaskus präsentiert. Nun werden sie an einem Ort gezeigt, dessen eigene Geschichte von Herrschaft, Umbauten und wechselnder Nutzung geprägt ist.

Die mittelalterliche Festung gehört zur Altstadt von Damaskus, die seit 1979 auf der Welterbeliste der UNESCO steht. Syrische und französische Archäologen erforschten dort unter anderem die Entwicklung der Anlage als Residenz und Machtzentrum unter Zengiden, Ayyubiden, Mamluken und Osmanen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Zitadelle mehrfach restauriert, für eine breitere zivile Nutzung blieb sie jedoch nur eingeschränkt zugänglich.

Die Wiedereröffnung ist Teil des Sommerfestivals "Syrien für Familien 2026", das Musik, Handwerk, Kalligrafie und Angebote für Kinder verbindet. Nach Angaben der Altertümerverwaltung sollen die 23 Werke nach dem Ende der Präsentation an ihre jeweiligen Museen oder Herkunftsorte zurückkehren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Syrische Generaldirektion für Altertümer und Museen / SANA
  • Associated Press
  • Syrisches Kulturministerium
  • Französisches Kulturministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels