Faux-la-Montagne – 23.08.2026: Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in der Creuse gegen eine geplante Schweinezuchtanlage in Royère-de-Vassivière demonstriert. Der Protest richtete sich gegen einen geschlossenen Stall mit insgesamt 1.200 Tierplätzen. Gegner des Vorhabens kündigten drei Rechtsmittel gegen die staatliche Genehmigung an. Die Kundgebung fand nahe dem Lac de Vassivière statt, einem wichtigen Erholungs- und Badegebiet auf dem Plateau de Millevaches.
Träger des Vorhabens ist der landwirtschaftliche Betrieb GAEC du Villard, der seine bisherige Rinderhaltung erweitern und diversifizieren will. Nach den Projektunterlagen sind 800 Plätze für Mastschweine und 400 Plätze für abgesetzte Ferkel vorgesehen. Unterstützt wird das Projekt von der Genossenschaft Cirhyo. Die Präfektur des Départements Creuse erteilte die Genehmigung Anfang Juli.
Die Gegner sprechen von industrieller Tierhaltung. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die geplante Ausbringung von Gülle auf landwirtschaftlichen Flächen. Sie befürchten Belastungen für Böden und Gewässer im Einzugsgebiet des Sees. Während der Mobilisierung wurden zudem mögliche Geruchsbelästigungen für Anwohner und Folgen für den Tourismus genannt. Die Demonstration setzte eine seit Monaten laufende Kampagne von Anwohnern und Umweltgruppen fort.
Schon im Frühjahr gingen im Zuge der öffentlichen Beteiligung zahlreiche kritische Stellungnahmen ein. Der regionale Naturpark Millevaches en Limousin und der Gemeindeverband Syndicat mixte du lac de Vassivière hatten sich ebenfalls gegen das Vorhaben ausgesprochen. Ihre Einwände betrafen insbesondere die Lage des geplanten Stalls und mögliche Risiken durch die Verwertung der anfallenden Gülle.
Die Befürworter beschreiben die Anlage hingegen als wirtschaftliche Perspektive für einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Die Erweiterung solle die regionale Landwirtschaft stärken und zur Versorgung mit in Frankreich erzeugtem Schweinefleisch beitragen. Hintergrund ist auch der Rückgang der Schweinehaltung in der Creuse. Der Streit berührt deshalb zwei Interessen, die in ländlichen Regionen häufig aufeinandertreffen: die wirtschaftliche Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe und den Schutz empfindlicher Landschafts- und Erholungsräume.
Mit den angekündigten Rechtsmitteln dürfte die Genehmigung gerichtlich überprüft werden. Gegenstand solcher Verfahren können die Bewertung der Umweltfolgen, die Einhaltung der Vorschriften für Tierhaltungsanlagen und das Genehmigungsverfahren selbst sein. Bis zu einer anderslautenden gerichtlichen Entscheidung bleibt die im Juli erteilte Erlaubnis wirksam.
Zur Kundgebung am 22. August kamen Teilnehmer aus der Creuse und benachbarten Gebieten. Sie forderten eine erneute Prüfung von Standort und Dimension der Anlage. Einen verbindlichen Termin für den Baubeginn nannten die Projektträger bislang nicht.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Gemeinde Faux-la-Montagne
- Parc naturel régional de Millevaches en Limousin
- Präfektur des Départements Creuse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).