Politik & Gesellschaft

Zwei Drittel der weiterführenden Schulen melden Personallücken

Nach einer Erhebung des SNES-FSU sind rund zwei Drittel der französischen Collèges und Lycées mit unvollständigen Teams in das Schuljahr gestartet. Der Befund steht einer optimistischeren Einschätzung des Bildungsministers gegenüber.

Paris – 07.09.2026: Rund zwei Drittel der französischen Collèges und Lycées sind nach Angaben der Lehrergewerkschaft SNES-FSU mit unvollständigen pädagogischen oder betreuenden Teams in das neue Schuljahr gestartet. Die am Montag bekannt gewordene Erhebung zeichnet damit ein deutlich angespannteres Bild als Bildungsminister Édouard Geffray wenige Tage vor Unterrichtsbeginn.

Geffray hatte Ende August erklärt, länger andauernde Ausfälle von Lehrkräften ohne Ersatz würden lediglich in begrenztem Umfang auftreten. Seine Aussage bezog sich allerdings ausdrücklich auf längerfristig fehlende und nicht vertretene Lehrerinnen und Lehrer. Die Erhebung des SNES-FSU erfasst die personelle Ausstattung der Schulen breiter und berücksichtigt auch andere unbesetzte Aufgaben im Schulalltag.

Dieser methodische Unterschied erschwert einen unmittelbaren Vergleich. Eine Schule kann zu Schuljahresbeginn für die meisten Klassen Lehrkräfte eingeteilt haben und dennoch kein vollständiges Team besitzen. Fehlen Fachlehrer, Aufsichtspersonal, Schulpsychologen, Assistenzkräfte für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung oder Verwaltungsbeschäftigte, belastet das den Betrieb, ohne zwangsläufig als langfristiger Lehrkräfteausfall in einer ministeriellen Statistik zu erscheinen.

Der SNES-FSU vertritt vor allem Lehrkräfte und weitere Beschäftigte der öffentlichen Sekundarstufe. Seine Befragung ist keine amtliche Vollerhebung, sondern beruht auf Rückmeldungen aus den Schulen. Sie beschreibt somit die von Beschäftigten gemeldete Lage zum Schuljahresbeginn. Das Bildungsministerium hat bislang keine landesweite Aufstellung vorgelegt, mit der sich der Gewerkschaftsbefund vollständig bestätigen oder widerlegen ließe.

Personalmangel beschäftigt Frankreichs Sekundarschulen seit Jahren. Der Staat versucht, offene Stellen unter anderem mit befristet beschäftigten Lehrkräften und Nachbesetzungen durch die regionalen Bildungsbehörden zu schließen. Besonders in einzelnen Fächern, in Regionen mit angespanntem Arbeitsmarkt und bei spezialisierten Unterstützungsaufgaben bleiben Stellen jedoch schwer zu besetzen. Im Schulalltag kann dies zu kurzfristigen Änderungen der Stundenpläne, größeren Betreuungsgruppen oder zum Ausfall von Förderangeboten führen.

Die Erhebung setzt Geffray politisch unter Druck, seine Zusage eines geordneten Schuljahresbeginns mit belastbaren Zahlen zu untermauern. Für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler bemisst sich die Leistungsfähigkeit der Bildungsverwaltung daran, ob Unterricht, Betreuung und Unterstützung vom ersten Schultag an tatsächlich verfügbar sind.

Der SNES-FSU fordert vor diesem Hintergrund höhere und dauerhaft gesicherte Personalmittel. Ob die gemeldeten Lücken rasch geschlossen werden können, hängt von den regionalen Bildungsbehörden und der Verfügbarkeit geeigneter Bewerber ab. Eine amtliche Gesamtbilanz zur Personalbesetzung der französischen Collèges und Lycées lag am 7. September noch nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • SNES-FSU
  • Französisches Bildungsministerium
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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