Paris – 18.09.2026: Eine CNews-Sendung über Sicherheit und Taschendiebstahl ist am Donnerstagabend, 17. September, unvermittelt zum Schauplatz einer geplanten Protestaktion geworden. Die unter den Namen Gabiche und Rodav bekannten Videomacher waren in die Sendung "Police-Justice, 24 heures en France" eingeladen worden. Gegen Ende des Gesprächs richteten sie ihre Kritik jedoch gegen Jean-Marc Morandini, den Produzenten des Formats.
Gabiche sagte in der laufenden Sendung, es gebe Schlimmeres als die umstrittenen Methoden, mit denen er und Rodav in ihren Videos mutmaßliche Taschendiebe konfrontieren. Dabei verwies er auf Morandini. Moderatorin Nelly Daynac versuchte, das Gespräch zu beenden. Wenige Augenblicke später brach CNews die Übertragung aus dem Studio ab und schaltete Werbung.
Außerhalb des gesendeten Bildes zogen die beiden Männer anschließend ihre Oberteile aus. Darunter trugen sie T-Shirts mit einer beleidigenden Forderung gegen Morandini sowie einem Aufruf, bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 für La France insoumise zu stimmen. Gegenüber franceinfo bezeichneten Gabiche und Rodav den Auftritt später als bewusst vorbereitete Aktion.
Der Protest bezog sich auf ein rechtskräftig abgeschlossenes Strafverfahren. Frankreichs Kassationshof hatte am 14. Januar 2026 Morandinis Verurteilung wegen Korruption Minderjähriger bestätigt. Damit blieben eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung, eine Geldstrafe von 20.000 Euro und ein dauerhaftes Verbot beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeiten mit Minderjährigen bestehen.
Grundlage war ein Urteil des Pariser Berufungsgerichts vom 21. März 2025. Das Verfahren betraf Kontakte zu minderjährigen Jungen. Morandini hatte gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt. Mit der Zurückweisung durch den Kassationshof wurde die Verurteilung in diesem Verfahren rechtskräftig.
Nach anhaltender öffentlicher Kritik hatte Morandini im Februar 2026 angekündigt, sich von der Moderation bei CNews zurückzuziehen. Seine Arbeit hinter den Kulissen blieb davon unberührt und weiterhin Gegenstand der Debatte. Die Sendung vom 17. September wurde Medienberichten zufolge von ihm produziert. Zu einer Stellungnahme des Senders über die Unterbrechung lagen zunächst keine Angaben vor.
Gabiche und Rodav wurden durch Internetvideos bekannt, in denen sie Menschen verfolgen oder zur Rede stellen, die sie des Taschendiebstahls verdächtigen. Diese Praxis war ursprünglich Gegenstand des Studiogesprächs. Mit ihrer Aktion kehrten die Gäste die Rollen um: Statt über die Grenzen privater Verfolgungsaktionen zu sprechen, zwangen sie den Sender, sich zumindest für wenige Augenblicke mit der Verantwortung für einen rechtskräftig verurteilten Produzenten auseinanderzusetzen. Sichtbar blieb davon im Programm nur der hastige Wechsel zur Werbung.
Quellen
- franceinfo
- HuffPost Frankreich
- Cour de cassation
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).