Limoges – 23.10.2026: Nach dem verheerenden Brand im Rathaus von Limoges haben Ermittler einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag, dem 22. Oktober, mitteilte, wurde der 66 Jahre alte Mann in Polizeigewahrsam genommen. Nach Angaben französischer Medien griffen ihn die Behörden im benachbarten Département Creuse auf. Nun wird geprüft, ob und in welcher Weise er an der Tat beteiligt gewesen sein könnte.
Das Feuer war am Samstag, dem 17. Oktober, am Rande landesweiter Demonstrationen ausgebrochen. Das historische Rathaus der Stadt im Département Haute-Vienne wurde schwer beschädigt; der Glockenturm stürzte ein. Aufnahmen des brennenden Gebäudes verbreiteten sich weit über Limoges hinaus. Der Amtssitz ist ein zentraler Ort der kommunalen Verwaltung und gehört zu den markanten Bauwerken der Stadt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Zerstörung eines Gebäudes mit gefährlichen Mitteln durch eine organisierte Gruppe. Auch die für Terrorismusbekämpfung zuständige Unterdirektion der französischen Kriminalpolizei ist den Berichten zufolge an den Untersuchungen beteiligt. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft hatte das Verfahren nach dem zuletzt bekannten Stand jedoch nicht übernommen. Die Einbindung spezialisierter Ermittler lässt daher für sich genommen noch keinen Schluss auf die rechtliche Einordnung der Tat zu.
Bereits am Dienstag, dem 20. Oktober, war ein erster Verdächtiger festgenommen worden. Der 34-Jährige wurde in Haute-Vienne aufgegriffen. Bei ihren Nachforschungen werten die Ermittler unter anderem Bildaufnahmen aus und untersuchen Spuren aus dem Umfeld des Tatorts. Welche konkreten Handlungen den beiden Männern vorgeworfen werden, haben die Behörden bislang nicht im Einzelnen erläutert. Auch zu möglichen Verbindungen zwischen ihnen liegen keine öffentlich bestätigten Angaben vor.
Die zweite Festnahme erweitert den Kreis der Verdächtigen, ist aber kein Beleg für eine Schuld. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung. Nach dem Polizeigewahrsam muss die Justiz jeweils entscheiden, ob eine Freilassung erfolgt oder das Verfahren mit einer Vorführung und möglichen weiteren Zwangsmaßnahmen fortgesetzt wird. Die Ermittlungen richten sich zugleich auf den genauen Ablauf des Brandes und eine mögliche Beteiligung weiterer Personen.
Bürgermeister Guillaume Guérin hatte nach dem Feuer von einem schweren Angriff auf die Stadt gesprochen und die politischen Gruppen im Stadtrat zu einer eindeutigen Verurteilung der Gewalt aufgefordert. Die strafrechtliche Untersuchung bleibt davon getrennt: Sie soll die individuelle Verantwortung möglicher Täter klären. Mit der Festnahme des 66-Jährigen verfügen die Ermittler über einen weiteren Ansatz, um die Ereignisse im und am Rathaus am 17. Oktober zu rekonstruieren.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Stadt Limoges
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).