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Zwischen Wind und Wellen: Die stille Überfahrt nach Groix

Es gibt Reisen, bei denen das Ziel fast zur Nebensache wird – weil schon der Weg dorthin ein kleines Abenteuer ist. Die Segelüberfahrt von Lorient zur Insel Groix in der Bretagne gehört genau in diese Kategorie. Wer an Bord des Katamarans Bag Hatoup geht, tauscht Motorlärm und Abgaswolken gegen Windrauschen und Meeresduft – und erlebt…

Port Tudy, Groix (Wikipedia)

Es gibt Reisen, bei denen das Ziel fast zur Nebensache wird – weil schon der Weg dorthin ein kleines Abenteuer ist. Die Segelüberfahrt von Lorient zur Insel Groix in der Bretagne gehört genau in diese Kategorie. Wer an Bord des Katamarans Bag Hatoup geht, tauscht Motorlärm und Abgaswolken gegen Windrauschen und Meeresduft – und erlebt eine Form des Reisens, die so leise wie nachhaltig ist.

Mit dem Wind nach Groix

Vom Fischereihafen in Lorient dauert die Fahrt nach Port-Tudy rund anderthalb Stunden. Kein Brummen unter den Füßen, kein Dieselgeruch in der Nase – nur das sanfte Schaukeln des 48-Plätze-Katamarans, der allein vom Wind getragen wird. Hier beginnt die Entschleunigung schon vor dem Anlegen. Die Küste zieht gemächlich vorbei, Möwen segeln im Aufwind, und mit etwas Glück tauchen Delfine neben dem Rumpf auf. Wer möchte, lehnt sich einfach zurück und lauscht – dem Meer, den Vögeln, den eigenen Gedanken.

Der direkte Vergleich: Schnell oder still?

Natürlich gibt es die schnelle Variante. Die Compagnie Océane verbindet Lorient und Groix mit motorisierten Fähren wie der Breizh Nevez I oder der Saint Tudy. Sie schaffen die Strecke in etwa 45 Minuten, können Hunderte Passagiere und Fahrzeuge transportieren und sichern so die logistische Versorgung der Insel. Doch Schnelligkeit hat ihren Preis: Motorenlärm, hohe CO₂-Emissionen – und der Blick auf die Uhr statt aufs Wasser.

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Mehr als Transport: Ein kleines Stück Seemannschaft

An Bord des Bag Hatoup ist man nicht nur Passagier. Wer will, kann beim Setzen der Segel mit anpacken, sich die Grundbegriffe der Navigation erklären lassen oder etwas über die Energiezukunft auf See lernen. So wird die Überfahrt zu einer Mischung aus Ausflug, Unterricht und Naturerlebnis. Man spürt: Hier geht es nicht nur ums Ankommen, sondern auch um ein Bewusstsein – für Windkraft, für maritime Tradition, für die Möglichkeiten klimafreundlicher Mobilität.

Offen für alle – nur das Gepäck muss bescheiden bleiben

Das Schiff nimmt Familien, Alleinreisende, Freundesgruppen und sogar Hunde kostenlos mit. Nur beim Gepäck heißt es: klein bleiben – eine kleine Reisetasche plus Handgepäck, pro Person maximal 20 Kilogramm. In der Hochsaison legt der Katamaran täglich mehrmals ab, sodass sich auch spontane Tagesausflüge organisieren lassen.

Zwischen Vernunft und Gefühl

Am Ende ist es eine Frage der Prioritäten: Wer vor allem Zeit sparen muss und viel Gepäck dabei hat, wählt den klassischen Fährweg. Wer jedoch die Reise als Teil des Erlebnisses versteht, wird im Katamaran mehr finden als ein Transportmittel – nämlich eine Begegnung mit Meer, Wind und einer entschleunigten Form von Unterwegssein.

Vielleicht ist genau das der wahre Luxus: nicht nur irgendwo anzukommen, sondern auch im Hier und Jetzt zu verweilen.

Autor: C.H.

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