Yerres – 22.07.2026: Bei einer Kontrolle einer privaten Kinderbetreuung sind in Yerres südöstlich von Paris zwölf Kinder in einem im Untergeschoss abgestellten Auto entdeckt worden. Nach übereinstimmenden französischen Medienberichten befanden sich darunter auch Säuglinge. In dem Haus wurden insgesamt 17 Minderjährige angetroffen. Zwei als Tagesmütter tätige Frauen wurden dem Gericht in Evry-Courcouronnes vorgeführt und anschließend unter gerichtliche Aufsicht gestellt.
Die Kontrolle fand am Donnerstag, 16. Juli, statt. Mitarbeiter der Protection maternelle et infantile, des kommunalen Dienstes für Mutter- und Kinderschutz, hatten die Einrichtung gemeinsam mit der Stadtpolizei überprüft. Anlass waren offenbar Hinweise, dass dort deutlich mehr Kinder betreut wurden, als die behördliche Zulassung erlaubte. Fünf Kinder hielten sich bei Eintreffen der Kontrolleure im Wohnbereich auf; zwölf weitere wurden im Fahrzeug entdeckt.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Beschuldigten nach Medienangaben insbesondere vor, zwölf Minderjährige durch ihre Unterbringung in dem Fahrzeug gefährdet zu haben. Ob die Kinder dort nur während der Kontrolle oder über einen längeren Zeitraum untergebracht waren, ist Gegenstand der Ermittlungen. Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit ist damit nicht festgestellt; darüber wird erst ein Gericht entscheiden.
Der Fall verweist auf die strengen Vorgaben für die individuelle Kinderbetreuung in Frankreich. Tagesmütter benötigen eine Zulassung des zuständigen Départements. Diese bestimmt die Zahl und das Alter der Kinder, die gleichzeitig betreut werden dürfen. Grundsätzlich liegt die reguläre Obergrenze bei vier Kindern pro Fachkraft. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Ausnahmen möglich, doch darf eine Tagesmutter insgesamt grundsätzlich nicht mehr als sechs Minderjährige unter elf Jahren gleichzeitig allein betreuen.
Die tatsächliche Betreuungssituation in Yerres lag nach den bislang bekanntgewordenen Angaben weit über diesen Grenzen. Allerdings ist offen, welche individuellen Genehmigungen die beiden Frauen besaßen, ob sie in einer rechtlich geregelten gemeinsamen Betreuungsform arbeiteten und welche Verantwortung jeweils einer einzelnen Person zuzurechnen ist. Diese Fragen sind für die administrative und strafrechtliche Bewertung zentral.
Neben dem Strafverfahren können derartige Vorwürfe auch Folgen für die berufliche Zulassung haben. Die gesetzliche Kontrolle soll gewährleisten, dass Räume, Betreuungsschlüssel und Sicherheitsvorkehrungen dem Alter der Kinder entsprechen. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sind Aufsicht, Belüftung, Temperatur und rascher Zugang zu Hilfe wesentliche Schutzanforderungen.
Die Ermittlungen in der Essonne dauern an. Die Justiz wird nun die Aussagen der Beschuldigten, die Umstände der Kontrolle sowie die organisatorische Struktur der Betreuung auswerten. Für die betroffenen Familien bleibt zunächst entscheidend, ob die zuständigen Stellen die Betreuung der Kinder dauerhaft anderweitig absichern und ob weitere mögliche Verstöße festgestellt werden.
Quellen
- Franceinfo
- Aufeminin
- Magicmaman
- Legifrance
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).