Politik & Gesellschaft

15-Jähriger plante mutmaßlich Angriff auf Schule bei Lyon

Ein Jugendlicher soll einen Messerangriff auf seine frühere Schule im Département Rhône vorbereitet haben. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines möglichen rechtsextremen Tatmotivs.

Lyon – 19.09.2026: Ein 15 Jahre alter Jugendlicher ist angeklagt worden, weil er einen gewaltsamen Angriff auf seine frühere Schule im Département Rhône vorbereitet haben soll. Nach Berichten französischer Medien erwog der Minderjährige einen Messerangriff auf Schülerinnen und Schüler. Ermittler nahmen ihn am Donnerstag, dem 17. September, im Raum Lyon fest. Verletzt wurde niemand.

Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Beteiligung an einer individuell vorbereiteten terroristischen Unternehmung. Am Freitag, dem 18. September, wurde er in Paris einem Ermittlungsrichter vorgeführt und angeklagt. Untersuchungshaft ordnete der Richter nicht an. Der Minderjährige steht jedoch unter richterlicher Aufsicht. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Eine konkrete Tatzeit hatte der Jugendliche den bisherigen Erkenntnissen zufolge noch nicht festgelegt. Die Ermittler hielten die Hinweise dennoch für ernst genug, um frühzeitig einzugreifen. Bei einer Durchsuchung fanden sie laut Medienberichten zwei Messer, Kleidung im Militärstil, Aufzeichnungen über die Sicherheitsvorkehrungen der Schule und eine Metallkette. Diese hätte möglicherweise dazu dienen können, einen Zugang zum Gebäude zu blockieren.

Das betroffene Lycée wurde nicht öffentlich benannt. Damit bleiben der Schutz des minderjährigen Beschuldigten und die Sicherheit der Schulgemeinschaft gewahrt. Bekannt ist lediglich, dass der Jugendliche die Schule früher selbst besucht hatte. Ob er das Gebäude bereits ausgespäht oder weitere konkrete Vorbereitungen getroffen hatte, sollen die laufenden Ermittlungen klären.

Die Staatsanwaltschaft Lyon hatte das Verfahren am 15. September eröffnet. Wegen des vermuteten terroristischen Hintergrunds übernahm anschließend die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft. Die Festnahme führte die für Terrorismusbekämpfung zuständige Unterdirektion der französischen Kriminalpolizei aus. Gegenstand des Verfahrens ist damit nicht allein eine allgemeine Gewaltdrohung, sondern der Verdacht eines ideologisch begründeten Anschlagsplans.

Nach Angaben von Franceinfo soll der Jugendliche von Massentötungen in den Vereinigten Staaten fasziniert gewesen sein. Mehrere französische Medien berichten zudem von einer Nähe zur extremen Rechten. Diese Hinweise sind Teil des mutmaßlichen Tatmotivs, das die Ermittler prüfen; eine abschließende Bewertung liegt bislang nicht vor.

Für die Justiz kommt es nun darauf an, zwischen Gewaltfantasien, möglichen Vorbereitungshandlungen und einem strafrechtlich belastbaren Anschlagsplan zu unterscheiden. Der Fund von Waffen und Notizen kann dabei von Bedeutung sein, beweist für sich genommen aber weder eine unmittelbar bevorstehende Tat noch ein terroristisches Motiv. Dass der Beschuldigte minderjährig ist, ändert nichts an der Schwere des Vorwurfs, verlangt jedoch besondere Verfahrensregeln. Die richterliche Aufsicht erlaubt es, ihm verbindliche Auflagen zu erteilen, während die Ermittlungen zu seinen Absichten, Kontakten und Vorbereitungen fortgeführt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • RTL
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).