Politik & Gesellschaft

164 Festnahmen bei Blockaden an französischen Gymnasien

Bei Protesten an französischen Gymnasien sind am Montag nach Angaben des Innenministeriums 164 Menschen festgenommen worden. Vor dem landesweiten Aktionstag am 29. September verschärft sich der Streit zwischen Regierung und La France insoumise.

Paris – 28.09.2026: Bei Protesten und Blockadeversuchen vor französischen Gymnasien sind am Montag nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez 164 Menschen festgenommen worden. Rund 180 Schulen waren von Aktionen betroffen, besonders in den Akademien Créteil, Versailles, Grenoble und Nizza. Die Regierung verstärkte die Polizeipräsenz, nachdem es an mehreren Orten zu Sachbeschädigungen und Zusammenstößen gekommen war.

Nach der Bilanz des Innenministeriums wurden zwölf Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. Die Behörden meldeten außerdem Verletzungen bei etwa einem Dutzend Schülerinnen und Schülern sowie bei acht Beschäftigten des Bildungswesens, darunter drei Mitglieder von Schulleitungen. Nuñez erklärte, ein Teil der Vorfälle sei über gewöhnliche Protestformen hinausgegangen. Er verwies auf Vermummte, Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse.

Die Proteste hatten in der vergangenen Woche in der Region Île-de-France begonnen und griffen am Montag auf weitere Landesteile über. Aktionen wurden unter anderem aus Lille, Marseille, Grenoble, Lyon, Sedan und mehreren Orten an der Côte d’Azur gemeldet. In den Alpes-Maritimes registrierte die Präfektur Störungen an zehn Gymnasien, vor allem in Nizza, Grasse, Cagnes-sur-Mer und Menton. Dort blieb die Lage nach Behördenangaben überwiegend ruhig.

Als Gründe für die Mobilisierung nennen Schülerinnen, Schüler und Lehrergewerkschaften überfüllte Klassen, Personalmangel und schwierige Lernbedingungen. Jugendliche in Lille beklagten zudem hohe Preise in der Schulkantine, Mängel an den Gebäuden und fehlende Lehrkräfte. Sophie Vénétitay, Generalsekretärin der Lehrergewerkschaft Snes-FSU, bezeichnete die schulpolitischen Forderungen als berechtigt, verlangte jedoch, dass die Kundgebungen friedlich blieben.

Die landesweite Schülerorganisation Union syndicale lycéenne rief für Dienstag, den 29. September 2026, zu weiteren Blockaden auf. Der Termin fällt mit einem Aktionstag im öffentlichen Dienst zusammen. Nuñez kündigte an, Sicherheitskräfte würden an besonders gefährdeten Standorten im Voraus eingesetzt. Bei vollständigen Blockaden oder Gewalt solle die Polizei eingreifen. Damit dürfte die Reaktion der Behörden je nach Lage vor Ort unterschiedlich ausfallen.

Zugleich hat sich der Konflikt parteipolitisch verschärft. Premierminister Sébastien Lecornu warf Vertretern von La France insoumise vor, die Ausweitung der Blockaden in unverantwortlicher Weise zu fördern. Bildungsminister Édouard Geffray erklärte, an gewaltsamen Vorfällen seien auch Personen beteiligt gewesen, die nicht zu den jeweiligen Schulen gehörten. Die Regierung trennt damit zwischen schulpolitischen Forderungen und Ausschreitungen im Umfeld der Aktionen.

La France insoumise weist den Vorwurf zurück. Jean-Luc Mélenchon warf der Regierung eine repressive Strategie vor. Kommunale Vertreter der Partei in Saint-Denis erklärten, die Jugendlichen verteidigten aus eigenem Antrieb ihre Ausbildungsbedingungen. Der politische Streit überlagert damit einen Protest, der mit konkreten Klagen über Personal, Gebäude, Preise und Unterrichtsbedingungen begonnen hat.

Quellen

  • Agence France-Presse via Boursorama
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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