Saint-Denis – 29.09.2026: Nach Schulblockaden und teils gewaltsamen Auseinandersetzungen hat Frankreichs Innenminister Laurent Nunez für Montag, den 28. September, landesweit 164 Festnahmen gemeldet. Nach Angaben des Innenministeriums waren rund 180 Gymnasien von Blockaden oder Blockadeversuchen betroffen. Besonders in der Region Île-de-France kam es an einzelnen Standorten zu Sachbeschädigungen, Bränden und Angriffen mit Feuerwerkskörpern.
Am Gymnasium Paul-Éluard in Saint-Denis im Département Seine-Saint-Denis registrierten die Behörden Auseinandersetzungen im Umfeld des Schulgebäudes. Nach Medienberichten, die sich auf Sicherheitsbehörden berufen, wurden Feuerwerkskörper und andere Wurfgeschosse gegen Polizisten eingesetzt. Die Einsatzkräfte verwendeten Tränengas und nahmen Verdächtige fest. Unter Beschäftigten des Bildungswesens und Angehörigen der Sicherheitskräfte wurden Verletzte gemeldet.
Die Proteste richten sich nach Darstellung von Schülervertretungen gegen überfüllte Klassen, fehlende Lehrkräfte, dichte Stundenpläne und Mängel an Schulgebäuden. Die Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne hatte für Dienstag, den 29. September, zu einer landesweiten Mobilisierung aufgerufen. Der Termin fällt mit einem angekündigten Protesttag im öffentlichen Dienst zusammen. Damit verbinden sich konkrete Forderungen nach besseren Lernbedingungen mit einem breiteren Konflikt über Personal und Ausstattung staatlicher Einrichtungen.
Die Regierung unterscheidet zwischen friedlichem Protest und strafbaren Ausschreitungen. Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete politische Aufrufe zur Ausweitung der Blockaden angesichts der Gewalttaten als unverantwortlich. Bildungsminister Édouard Geffray erklärte, der Schutz von Schülerinnen, Schülern und Beschäftigten habe Vorrang. Das Bildungsministerium führt Geffray als zuständigen Minister.
Vertreter von La France insoumise weisen den Vorwurf zurück, Gewalt zu fördern, und beschuldigen die Regierung, die Vorfälle politisch zu instrumentalisieren. Mehrere Politiker der Partei unterstützten die Anliegen der protestierenden Jugendlichen öffentlich. In Saint-Denis besuchte Bürgermeister Bally Bagayoko nach französischen Medienberichten eine Kundgebung vor dem Gymnasium Paul-Éluard und rief zugleich zur Beruhigung der Lage auf.
Die Zahl von 164 Festnahmen bezieht sich ausschließlich auf die Einsätze vom Montag. Sie sagt nichts über den Verlauf der für Dienstag angekündigten Aktionen aus. Auch die Angabe von rund 180 betroffenen Schulen umfasst sowohl tatsächlich blockierte Einrichtungen als auch gescheiterte Versuche im gesamten Land. Das Ausmaß der Unterrichtsausfälle lässt sich daraus nicht ableiten.
Für die Schulen treffen mehrere Aufgaben unmittelbar aufeinander: Sie müssen den Unterricht organisieren, den Zugang zu den Gebäuden sichern und mögliche Straftaten aufarbeiten lassen. Während die Schülervertretungen zusätzliches Personal und bessere Lernbedingungen verlangen, berufen sich Innen- und Bildungsministerium auf ihre Pflicht, Jugendliche und Beschäftigte vor Gewalt zu schützen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen des 28. September dauerten nach den Festnahmen an.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- TF1 Info
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).